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8. Janaur 2019

 

Willkommen im Kiebitzland

 

Schon seit Jahren arbeiten die Stadt Langenselbold und die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA) erfolgreich zusammen, wenn es um den Natur- und Artenschutz in den Auen an der Kinzig geht. So auch im Langenselbolder Flos, wo bereits im Oktober unter der Regie der GNA ein ganz neues Feuchtbiotop entstand. Mit dieser Maßnahme soll die Aue von Langenselbold bis Hasselroth (zwischen der L 3271 und Neuenhaßlau) zu einer intakten Flussaue entwickelt werden.

 

Artenvielfalt erhalten

Dazu sei es vor allem nötig, den Offenlandcharakter wiederherzustellen, berichtet die Erste Vorsitzende der GNA, Susanne Hufmann. „Wir stützen uns auf Artenhilfsprogramme und übergeordneten Konzepte, die die naturschutzfachlichen Entwicklungsziele vorgeben.“ Denn letztlich gehe es um die Förderung stark bedrohter Vogelarten wie Kiebitz und Bekassine und eine Stabilisierung der Amphibienbestände.

 

„Wir haben in Langenselbold das große Glück, derzeit noch über eine relativ solide Laubfroschpopulation zu verfügen. Vielerorts sind die Bestände schon drastisch zurückgegangen.“, erläutert Langenselbolds Bürgermeister Jörg Muth das Engagement der Stadt. „Ebenso verhält es sich mit den wiesenbrütenden Vogelarten. Im Flos liegt einer der letzten Kiebitzbrut-plätze, die es zu schützen gilt.“ So wurden zuletzt nicht nur störende Baumreihen und andere Gehölzriegel aus der Aue entfernt, sondern auch ein etwa 100 m langer Flachwasserbereich als Nahrungshabitat und Laichgewässer angelegt.

 

Besucherlenkung schützt

Zwei Schautafeln, die von der GNA konzipiert wurden, laden nun am Eingang zur Kinzigaue zum Verweilen ein. Die Tafeln sind Teil eines ganzheitlichen Besucherlenkungskonzeptes und informieren über das Flos als besonderen Lebensraum. Ein ausführlicher Steckbrief rückt den Kiebitz als einen seiner wichtigsten Bewohner in den Focus. Stadt und Naturschützer sind sich einig: „Der Mensch ist ein gern gesehener Gast in der Langenselbolder Kinzigaue, wenn er sich an einige wichtige Regeln hält. Denn das Feuchtgrünland ist nicht nur wertvoller Lebensraum vieler Tier – und Pflanzenarten, sondern wird auch landwirtschaftlich genutzt.“

 

Gefährdung durch Hundekot

Landwirte produzieren im Grünland Futter für Rinder, Schafe, Pferde und Ziegen. Die Verunreinigung mit Hundekot stellt eine große Gesundheitsgefahr dar. Vor allem bei Rindern kann es zu Fehl- und Totgeburten kommen. „Hier wächst das, was letztlich auf unseren Tellern landet. Es versteht sich daher von selbst, die Hunde nicht auf den Wiesen koten zu lassen.“, meint Langenselbold´s Bürgermeister. Wichtig für die Ruhe der Wildtiere sei es außerdem, Hunde unbedingt anzuleinen, auf den Wegen zu bleiben und die Wiesen nicht zu überqueren, fordert die örtliche Jägerschaft.

 

Die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung dankt abschließend der Stadt Langenselbold und den ortsansässigen Landwirten für die gute Kooperation sowie der Beatrice Nolte Stiftung für Natur- und Umweltschutz für die finanzielle Unterstützung der Schautafeln.