Archiv 2015

Um alle Nachrichten lesen zu können, scrollen Sie bitte herunter. Danke!

4.12.2015 | Ohne Ehrenamt geht es nicht

 

Natur- und Artenschutz an der Kinzig

 

Großprojekt zur Rückdrängung der Herbstzeitlosen im
Main-Kinzig-Kreis

Durch die Ausbreitung der giftigen Pflanze im extensiv bewirtschafteten Grünland ist die Situation an der unteren Kinzig sehr ernst. Einerseits für die Landwirte, die die Flächen nicht mehr in der bisherigen Form bewirtschaften können, da das Heu unverkäuflich ist. Andererseits für die Artenvielfalt. Denn würden die Wiesen in Zukunft nicht mehr gemäht, hätte dies fatale Konsequenzen. Vor allem betroffen wären ausgerechnet die wiesenbrütenden Vogelarten, deren Bestände schon seit den 1980er Jahren deutlich geschrumpft sind. Vor diesem Hintergrund hat sich eine einmalige Kooperation gebildet, der neben den Kommunen Erlensee, Rodenbach, Langenselbold, Hasselroth und Gründau das Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum, der Kreisbauernverband, der Gebietsagrarausschuss, der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen und viele landwirtschaftliche Betriebe angehören. Unter der Projektleitung der GNA wird in den kommenden Jahren versucht, die Herbstzeitlose - unter besonderer Berücksichtigung von Natur- und Artenschutzgesichtspunkten - weitgehend aus den 600 ha großen Wiesen zu verdrängen.

 

Lebendige Kinzigauen für Laubfrosch, Gelbbauchunke, Kiebitz
und Bekassine

Seit Jahren pflegen, bauen und sanieren die Naturschützer in den Auen an der unteren Kinzig Amphibienbiotope, die gleichzeitig von Wiesenbrütern als Nahrungs- und Rastflächen genutzt werden. Der Erfolg ihrer langjährigen Artenschutzmaßnahmen kann sich sehen lassen: Heute zählt die Laubfroschpopulation im Main-Kinzig-Kreis zu einem der stabilsten Vorkommen in Hessen. Diese positive Bestandsentwicklung ist im Wesentlichen auf die regelmäßige Pflege und Neuanlage von Laichgewässern, Trittsteinen und Vernetzungselementen zurückzuführen. Im Feuchtgebiet Herrenbruch (Hasselroth) führte die GNA im Juli die Sanierung eines vollständig verlandeten Tümpels durch. Die nächste grundlegende Pflege eines Gewässerkomplexes in Langenselbold steht nach einer längeren Planungsphase unmittelbar bevor. Glücklicherweise konnte die Organisation in beiden Fällen Ausgleichsmittel zur Finanzierung der Maßnahmen akquirieren.

 

Rettet den Eisvogel - Artenschutz vom Wasser aus

Um die Population des Eisvogels an der Kinzig von Erlensee bis Gelnhausen langfristig zu erhalten, startet noch in diesem Winter ein neues Schutzprojekt. Mitarbeiter der GNA erstellen ein Konzept zur Verbesserung der Brutplatzsituation. Nach der Erfassung bereits vorhandener Brutröhren und der Kartierung bestehender Steilwände sollen geeignete Standorte für neue Brutwände entlang der Kinzig lokalisiert werden. Das alles geschieht vom Kanu aus. Nach den Kartierungsarbeiten, die ehrenamtlich von erfahrenen Kanuten unterstützt werden, entwickelt die GNA für jeden geeigneten Standort spezielle Maßnahmen, die in einen umsetzungsreifen Katalog münden. Damit nicht genug: Vorhandene Uferabbrüche an der Kinzig sollen schon im nächsten Jahr „freigeschnitten“, Steilwände sollen neu angelegt werden. Dazu ist es nötig, die Machbarkeit zu prüfen, Flächeneigentümer zu ermitteln und Kostenschätzungen durchzuführen. Die Optimierung oder Anlage einer Steilwand stellt jeweils ein eigenes Projekt dar, das zukünftig finanziert werden muss.

 

NATUR Online – aktuell, informativ, meinungsbildend

Besonders stolz ist die GNA auf das Internetmagazin NATUR Online, das im Juni seinen ersten „Geburtstag“ feierte und täglich bis zu 300 Leser informiert. Ziel ist es, Natur- und Umweltthemen zu bündeln und publikumsgerecht zu vermitteln. Man findet u.a. Rubriken zur Artenvielfalt, zum Klimaschutz, zu Energiethemen und zur Umweltbildung, dazu Tipps und weiterführende Links, Veranstaltungshinweise und - ganz neu - auch Rezensionen. Selbstverständlich muss das Magazin auch finanziert werden. Dies geschieht durch Werbepartner, die ihr Unternehmen mit Banner oder PR-Artikel präsentieren und zur firmeneigenen Homepage linken lassen. Im Gegensatz zu kommerziellen Anbietern macht NATUR Online aber keine Gewinne. Überschüsse fließen zu 100 % in die gemeinnützige Naturschutzarbeit.

 

Umweltbildung und Naturschutzjugend

Erlebnis- und handlungsorientierte Umweltbildung ist seit langem ein wichtiger Schwerpunkt der GNA. Neben Fachexkursionen in Projektgebiete wie ins Vogelparadies Ruhlsee oder Feuchtgebiet Eschenkar werden von März bis Oktober Führungen und Erlebnisausflüge für Jung und Alt angeboten; ebenso spannende Veranstaltungen mit der Wasserforscherkiste im Rahmen von Schulprojektwochen, Ferienfreizeiten oder in Kindergärten.

 

Mit ihren beiden Naturschutzgruppen leistet die GNA Jugendarbeit an der Basis. Auch wenn erst einmal Spiel und Spaß bei den jüngeren „Eisvögeln“ im Vordergrund stehen, wird die Natur mit allen Sinnen „begriffen“. Kleinere Projekte helfen, schon frühzeitig Verantwortung zu übernehmen. So kümmern sich die älteren „Wasserskorpione“ intensiv um die Quellen rund um Rodenbach.

Susanne Hufmann, die seit Juli das Amt der Ersten Vorsitzenden innehat, dankt ausdrücklich allen ehrenamtlich Tätigen in der GNA, ohne die Natur-und Artenschutz in der Form nicht möglich wäre.

 

Zur Unterstützung ihrer Natur-und Artenschutzarbeit bittet die GNA um Spenden auf das Konto IBAN: DE75 5066 3699 0001 0708 00, BIC: GENODEF1RDB bei der Raiffeisenbank Rodenbach. Die GNA ist gemeinnützig. Spenden sind daher steuerlich abzugsfähig. Zur Ausstellung einer Spendenquittung werden der Name und die Anschrift des Spenders benötigt. Spätestens Anfang des nächsten Jahres werden Spendenbescheinigungen zur Vorlage beim Finanzamt versendet, auf Wunsch auch sofort.

6.11.2015

„Die Eisvögel“ suchen Mitstreiter

 

Auf dem Programm der „Eisvögel“ steht derzeit das Thema „Mensch und Tier“. Auf ausdrücklichen Wunsch der Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren behandelt Umweltpädagogin Désirée Viel sowohl Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede. Unterstützt wird sie dabei tatkräftig vom GNA-Jugendhelfer Leon Könitzer.

 

Regelmäßig besuchen die „Eisvögel“ auch den Rodenbacher Wald, der ihnen viele Möglichkeiten bietet: Zum Spielen und Herumtoben ebenso wie zum Erkunden und Forschen. Die Kinder erleben den Lebensraum zu verschiedenen Jahreszeiten. Im Frühling beobachten sie, wie die Natur erwacht, im Sommer lauschen sie dem Vogelgezwitscher, im Herbst lernen sie anhand der Blätter die verschiedenen Baumarten kennen und im Winter suchen die jungen Naturforscher nach Tierspuren im Schnee.

 

Einmal im Jahr nehmen die „Eisvögel“ am Wettbewerb „Erlebter Frühling“ teil, bei dem es gilt, die ersten Frühlingsboten vor der Haustür zu entdecken. Ihre Naturerlebnisse verarbeiten die Kinder in Bildern, Geschichten oder einem Forschertagebuch. Gemeinsam mit den Eltern nimmt die Jugendgruppe am Wasserforschertag für die ganze Familie teil. Im Sommer sind u.a. Ausflüge zu einem Bauernhof, zu den Wasserbüffeln nach Erlensee und den Störchen im Röhrig von Rodenbach geplant.

 

Die Wissenserosion in Sachen Natur ist ein gesellschaftliches Phänomen, dem die GNA mit ihren vielen Angeboten zur Umweltbildung entgegenwirkt. So fördert die gemeinnützige Naturschutzorganisation ganz bewusst den Nachwuchs. Auch wenn erst einmal Spiel und Spaß bei den jüngeren „Eisvögeln“ im Vordergrund stehen, wird die Natur mit allen Sinnen „begriffen“. Kleinere Projekte sollen helfen, schon frühzeitig Verantwortung zu übernehmen.

 

Schnuppern erlaubt! Wer noch nicht genau weiß, ob er bei den "Eisvögeln" mitmachen möchte, kann gerne, auch mit Vater oder Mutter, einen Schnuppertag einlegen. Die Treffen finden immer samstags (außer in den Ferien) statt und dauern ca. 1,5 Stunden. Treffpunkt ist das Evangelische Gemeindezentrum Rodenbach. Die Teilnahme ist kostenlos, Spenden sind willkommen. Eine ebenfalls kostenlose Vereinsmitgliedschaft des Kindes ist aus Versicherungsgründen erforderlich. Nähere Auskünfte erteilt die GNA unter der Telefon-Nummer 06184 – 9933797 oder per E-Mail: eisvoegel.rodenbach@web.de (hier bitte anmelden).

2.11.2015

Natur erleben, beobachten und verstehen

Erlebnis- und handlungsorientierte Umweltbildung ist seit langem ein wichtiger Schwerpunkt der etablierten Naturschutzorganisation aus Rodenbach. Neben Fachexkursionen in die Projektgebiete der GNA wie in das Vogelparadies Ruhlsee in Langenselbold am 20. März oder zum Feuchtgebiet Eschenkar am 21. Mai sind Führungen und Erlebnisausflüge für Jung und Alt von März bis Oktober buchbar; ebenso spannende Veranstaltungen im Rahmen von Schulprojekt-wochen, Ferienfreizeiten oder Kindergeburtstagen.

 

Informationen zum neuen Großprojekt der GNA, das sich die Rückdrängung der giftigen Herbstzeitlosen aus landwirtschaftlich genutztem Grünland zur Aufgabe gemacht hat, erhält man am 27. April in der Hasselrother Kinzigaue (Treffpunkt: Friedhof Neuenhasslau) und am 14. September in der Rodenbacher Kinzigaue (Treffpunkt: Landhof Schmidt) jeweils ab 18 Uhr. Das turbulente Familienleben der Rodenbacher Störche kann unter fachkundiger Anleitung am 8. Juni ab 18 Uhr beobachtet werden.

 

Der Lebensraum Wasser ist das Thema der GNA. Was macht eine Fliegenlarve im Köcher? Wie lebt die Libellenlarve? Was frisst eine Wasserassel? Solchen Fragen nachzugehen und die Tiere lebend zu beobachten, fördert schon früh das Verständnis für die unbekannte Welt der Wasserbiotope. Die GNA entwickelte für die Jüngsten eine besondere Veranstaltungsvariante: „Mit der Wasserforscherkiste auf Tour“ besuchen erfahrene Umweltpädagogen Kindergärten, Tagesstätten und Schulen. Unter Anleitung erforschen Kinder und Erzieher/innen gemeinsam die Wasserorganismen in Bach und Teich. Termine nach Vereinbarung.

 

Biologische Vielfalt gemeinsam mit anderen erleben

Während der ganztägigen Weiterbildung „Lupe, Kescher, fertig los!“ frischen Erzieher/innen und andere pädagogische Fachkräfte nicht nur ihr zoologisches Grundwissen auf, sondern erhalten auch viele praktische Tipps, um Naturtage für Kinder an Bach und Teich selbst zu gestalten. Ein ausführliches Skript, eine Teilnahmebescheinigung und Getränke sind im Preis von 65 € pro Person enthalten. Am 20. April und am 21. September 2016 ist es wieder soweit. Um frühzeitige Anmeldungen wird gebeten.

 

Die Rodenbacher Wasserforschertage für die ganze Familie sind inzwischen feste Termine im Veranstaltungskalender der GNA (23. April und 24. September 2016). Nach einer Einführung machen Großeltern und Enkel oder Eltern mit ihren Kindern schnell Bekanntschaft mit den sonst unsichtbaren Bewohnern eines Gewässers. Ob Insekt oder Krebs, Groß- oder Kleinlibelle, Wasserfloh oder Milbe: Das Bestimmen stellt schon nach kurzer Zeit kein Problem mehr dar. Auf Anfrage können Wasserforschertage auch in anderen Kommunen durchgeführt werden.

 

Die Wissenserosion in Sachen Natur ist ein Phänomen, dem die GNA mit ihren Umweltbildungsangeboten entgegenwirken will. Deshalb fördert sie bewusst den Naturschutznachwuchs: Studenten und Studentinnen erhalten die Möglichkeit, bei der GNA Fähigkeiten und Kompetenzen für einen gelungenen Berufseinstieg zu erwerben, in dem sie die Arbeit eines aktiven Naturschutzverbandes kennen lernen. Eingesetzt werden die jungen Menschen bei der Projektarbeit und in der Öffentlichkeitsarbeit. Ebenso besteht die viel genutzte Möglichkeit, ein qualifiziertes Schulpraktikum zu absolvieren.

 

Mit ihren beiden Naturschutzgruppen leistet die GNA Jugendarbeit an der Basis. Auch wenn erst einmal Spiel und Spaß bei den jüngeren „Eisvögeln“ im Vordergrund stehen, wird die Natur mit allen Sinnen „begriffen“. Kleinere Projekte sollen helfen, schon frühzeitig Verantwortung zu übernehmen. So kümmern sich die älteren „Wasserskorpione“ intensiv um die Quellen rund um Rodenbach.

 

Das vollständige Veranstaltungsprogramm 2016 kann ab sofort kostenlos angefordert werden unter der Telefon-Nr. 06184 – 99 33 797 oder per E-Mail gna.aue@web.de

30.09.2015

Rettet den Eisvogel

Neues Artenschutzprojekt an der hessischen Kinzig 

Wenn der „fliegende Edelstein“, wie der Eisvogel wegen seines bunten Gefieders oft genannt wird, im schnellen Flug über die Wasseroberfläche saust, ist fast immer auch sein schriller Ruf zu hören. Eisvögel sind das Symbol für saubere und naturnahe Gewässer, in deren steilen Uferwände sie ihre Brutröhren graben. Ein langsam fließender Bach oder Fluss mit reichem Fischbestand und guten Sichtverhältnissen ist der bevorzugte Lebensraum. Natürlich müssen auch geeignete „Ansitzwarten“ in Form von überhängenden Ästen oder Baumstämmchen vorhanden sein, denn Eisvögel ernähren sich hauptsächlich von Fischen, aber auch von Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebsen und Kaulquappen. Ihre Jagdmethode ist das Stoßtauchen. Von einer passenden Sitzwarte über dem Wasser wird der Beutestoß angesetzt.

 

Am Wasser zu Hause

Besonders interessant ist das Brutverhalten der kaum starengroßen Vögel, die nach EU-Recht streng geschützt sind. Als so genannte Erdhöhlenbrüter graben sie mit dem Schnabel eine fast 1 Meter lange, leicht ansteigende Höhle in eine senkrechte Uferböschung, an deren Ende ein erweiterter Nestkessel liegt. Das Erdmaterial wird mit den kleinen Füßen ausgescharrt und bei der Rückwärts-bewegung mit dem Schwanz hinausgeschoben. Die Eier liegen auf dem bloßen Untergrund. Oft werden auch alte, noch intakte Bruthöhlen nach einer Säuberung wieder neu bezogen. Dabei ist es unwichtig, ob das Brutpaar oder ein anderes die Höhle angelegt hat. Für das Überleben der Art ist es nur wichtig, dass die Höhle hoch genug liegt und so vor dem nächsten Hochwasser geschützt ist. Zum Revier eines Eisvogels gehört eine etwa 1 bis 4 km lange Fließge- wässerstrecke.

 

Bunt, bekannt und bedroht

Der Eisvogel lebt ganzjährig in Deutschland, bleibt auch im Winter in der Nähe seines Brutgewässers. In Hessen ist der Eisvogel laut Roter Liste "gefährdet“. Der Gesamtbestand wird nach Angaben von Experten auf 200 bis 600 Brutpaare geschätzt. Auch im Main-Kinzig-Kreis schwankt der Brutbestand stark. Während nach mehreren milden Wintern manchmal bis zu 20 Brutpaare im Kreisgebiet und im Stadtgebiet von Hanau überleben, zählten Ornithologen nach sehr harten Wintern regelmäßig weniger als fünf Brutpaare. An der Kinzig befinden sich Eisvogel-Brutplätze am Oberlauf bei Schlüchtern bis zum Mittellauf bei Langenselbold. Alarmierend: Im Unterlauf der Kinzig werden schon seit einigen Jahren nur noch ganz selten Brutpaare beobachtet.

 

Um die Population des Eisvogels an der unteren Kinzig von Erlensee bis Gelnhausen langfristig zu erhalten, beginnt die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung noch in diesem Herbst mit ihrem Artenschutzprogramm. Als erste, zielführende Maßnahme soll ein Konzept zur Verbesserung der Brutplatzsituation erstellt werden, das zum Teil aus dem Umweltfonds der Fraport AG finanziert wird.

 

Mit der Gründung des Umweltfonds hat die Betreibergesellschaft des Flughafens Frankfurt am Main bereits 1997 den Natur- und Umweltschutz außerhalb des Flughafen-Geländes in ihr Förderprogramm aufgenommen und seitdem mehr als 850 Projekte mit knapp 35 Millionen Euro gefördert. Neben Projekten zu Klimaschutz und Klimawandel werden insbesondere der Erhalt und die Weiterentwicklung der Biodiversität in der Rhein-Main-Region unterstützt.

 

„Wir freuen uns, die GNA e.V. bei dem regionalen Artenschutzprojekt finanziell unterstützen zu können. Die Maßnahmen zur Förderung und Erhalt der Eisvogelpopulation im Main-Kinzig-Kreis sind wichtige Projekte, die unserer regionale Artenvielfalt zugutekommen. “, betont der Leiter des Umweltmanagements der Fraport AG, Dr. Wolfgang Scholze.

 

Artenschutz vom Wasser aus

Nach der Erfassung bereits vorhandener Brutröhren und der Kartierung bestehender Steilwände sollen geeignete Standorte für neue Steilwände entlang der Kinzig gesucht werden. Das alles geschieht vom Kanu aus. Ein besonderer Glücksfall für die GNA: Erfahrene Kanuten unter den ehrenamtlich tätigen Mitgliedern arbeiten Hand in Hand mit den hauptamtlichen Gewässerökologen und unterstützen sie so bei ihrer schwierigen Tätigkeit.

 

Nach den Kartierungen auf und entlang der Kinzig werden für jeden geeigneten Standort spezielle Maßnahmen erarbeitet, die zunächst in einem umsetzungsreifen Katalog münden. Damit nicht genug: Vorhandene Uferabbrüche an der Kinzig sollen schon im nächsten Jahr „freigeschnitten“ werden, geeignete Steilwände sollen dort, wo es möglich ist, neu angelegt werden. „Dazu ist es nötig, Machbarkeitsprüfungen durchzuführen, die Eigentümer der angrenzenden Flächen zu ermitteln und die Zufahrt für den Bagger zu klären.“ berichtet die erste Vorsitzende der GNA, Susanne Hufmann. „Auch stellt die Optimierung oder Anlage einer Steilwand jeweils ein eigenes Projekt dar, das zukünftig finanziert werden muss.“

 

Die GNA bittet zur Unterstützung des Eisvogel-Projektes um Spenden auf ihr Konto bei der Raiffeisenbank Rodenbach

IBAN: DE75 5066 3699 0001 0708 00, BIC: GENODEF1RDB.

 

Spenden an die gemeinnützige Naturschutzorganisation sind steuerlich abzugsfähig sind. Zur Ausstellung einer Spendenquittung werden der Name und die Anschrift des Spenders benötigt. Spätestens Anfang des nächsten Jahres werden Spendenquittungen zur Vorlage beim Finanzamt versendet, auf Wunsch auch sofort.

28.09.2015

Veranstaltungstipp für Samstag, den 10. Oktober 2015 | 10 Uhr | Langenselbold

Ein Vogelparadies in der Entwicklung

 

Mitten im Main-Kinzig-Kreis finden sich Jahr für Jahr zahllose Wat- und Wasservögel zum Rasten und Überwintern ein. Das nicht ohne Grund, denn seit 2010 sind der Ruhlsee und ein langer Flussabschnitt der Kinzig in Langenselbold renaturiert. Der See, der wie der Kinzigsee in den Jahren 1976 und 1977 im Zuge des Autobahnbaus entstand, ist schon seit 1980 Naturschutzgebiet. Das als „Kinzigaue von Langenselbold“ bekannte Gebiet ist 132,5 Hektar groß und liegt – südlich von Langenselbold - zwischen der A 66 und der Kinzig. Neben wertvollen Auenwiesen zählt auch ein feuchter Eichen-Hainbuchen-Wald dazu.

Erst in den letzten Jahren hat sich das Feuchtgebiet zu einem wertvollen Lebensraum für bestandsbedrohte Tier- und Pflanzenarten entwickeln können.

 

Ein Grund ist die von der GNA initiierte, geplante und umgesetzte Renaturierung, die sich als äußerst erfolgreich herausgestellte. So ist der Ruhlsee heute mit seiner neuen, drei Hektar großen Flachwasserzone nicht nur als Vogelrastplatz, sondern endlich auch als Brutgebiet von großer Bedeutung. Ein weiterer Grund: Die immense Regenerationskraft der Natur. Immer mehr seltene und bestandsbedrohte Vogelarten kommen zurück, darunter ornithologische Raritäten wie Wald- und Bruchwasserläufer oder der Schwarzhalstaucher. Außerdem gehören die Grünlandflächen am See schon seit längerem wieder zum Nahrungsrevier der Weißstörche und Graureiher. Auf den Wiesen können derzeit vor allem Graugänse bei der Nahrungsaufnahme beobachtet werden. Das extensiv bewirtschaftete Feuchtgrünland beherbergt neben Orchideen auch viele andere seltene Pflanzenarten.

 

Das Planungsteam, Günter Könitzer und die Biologin Susanne Hufmann, sind sich sicher: „In Langenselbold ist ein ökologisch sehr bedeutender See entstanden. Und das mitten im Main-Kinzig-Kreis, der traditionell Vogelzugroute ist. Von unseren Maßnahmen profitiert das gesamte Ökosystem mit all seinen seltenen oder bedrohten Tier- und Pflanzenarten, die für Feuchtgebiete typisch sind.“

 

Während der Kinzigsee ganz der Freizeitnutzung und dem Wassersport zur Verfügung steht, sollen am Ruhlsee Naturschutz und Erholung in Einklang gebracht werden. Neben vielen Joggern und Radfahrern sind es vor allem Spaziergänger, die die weithin offene Landschaft schätzen und die Ruhe genießen. Damit Erholungssuchende informiert und unbeschwert die Natur genießen können, veröffentlichte die GNA in Zusammenarbeit mit der Stadt ein Faltblatt, das kostenlos angefordert werden kann (Telefon 06184 – 99 33 797 oder gna.aue@web.de). Darin finden sich auch wichtige Hinweise für Besucher/innen mit Hunden.

 

Die GNA informiert am Samstag, den 10. Oktober vor Ort ab 10 Uhr über das Projekt. Treffpunkt ist der Parkplatz bei der Baumschule Müller in Langenselbold. Wettergerechte Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen. Unbedingt mitbringen: Fernglas und/oder Spektiv, wenn vorhanden. Die Führung dauert etwa 1,5 Stunden. Die GNA bittet um einen Kostenbeitrag von 3 Euro pro Person, die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen ist kostenlos. Die Einnahmen kommen wie immer GNA Schutzprojekten zu gute.

22.09.2015

Rodenbacher Umweltfest - GNA zeigt Vielfalt an der unteren Kinzig

 

Am Stand der GNA in der Rodenbachhalle dreht es sich diesmal u.a. um den Erhalt des artenreichen Grünlandes in der unteren Kinzigaue. Vorgestellt werden die ersten Ergebnisse zu einem Großprojekt, das sich die Rückdrängung der giftigen Herbstzeitlosen unter Berücksichtigung von Natur- und Artenschutz- gesichtspunkten zur Aufgabe gemacht hat. Projektpartner sind die Kommunen Erlensee, Rodenbach, Langenselbold, Hasselroth und Gründau sowie die Landwirtschaft, der Kreisbauernverband, der Gebietsagrarausschuss, der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen und das Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum des Main-Kinzig-Kreises.

 

Die Vielfalt in unseren heimischen Gewässern kommt aber auch diesmal nicht zu kurz. Ein Hingucker sind beleuchtete Aquarien mit lebenden Organismen aus Bach, See, Teich und Tümpel, die nicht nur Kinder in ihren Bann ziehen. An mehreren Binokularen kann in der Zeit von 11 bis 17 Uhr geforscht werden. Unter den Lupen tummeln sich Rückenschwimmer, Libellenlarven, Bachfloh-krebse, in den Gläsern Gelbrandkäfer, Stabwanzen und Wasserskorpione. Ein spannendes Preisrätsel für die ganze Familie spornt an, die Welt unter Wasser näher kennen zu lernen.

 

Die ehrenamtlichen Naturschützer der GNA informieren außerdem über das Umweltbildungsprogramm der Organisation. Angebote wie „Mit der Wasserforscherkiste auf Tour“, die sich an Kindergärten, Tagesstätten und Grundschulen richten, können schon frühzeitig für das nächste Jahr gebucht werden. Experimente und ein Basteltisch für Kinder runden das Programm ab.

9.09.2015

Lupe, Kescher, fertig los!

 

Gewässer üben auf Kinder eine große Anziehungskraft aus. Das Leben in und an einem Gewässer ist so vielfältig, dass hier immer wieder neue Entdeckungen und Erfahrungen gemacht werden können.

 

So frischten gestern Erzieherinnen, Tagespflegepersonen und andere pädagogische Fachkräfte aus dem Main-Kinzig-Kreis ihre zoologischen Kenntnisse auf und machten sich für Bach- und Teicherkundungen mit Kindern und Jugendlichen „fit“.

 

Geleitet wurde die interessante Weiterbildungsmaßnahme, die inzwischen zweimal im Jahr angeboten wird, von der Diplom-Biologin Susanne Hufmann. Die Teilnehmerinnen, die diesmal aus Sinntal, Oberrodenbach und Maintal kamen, machten Bekanntschaft mit der einzigartigen Unterwasserfauna, die unsere heimischen Tümpel, Seen, Bäche und Flüsse zu bieten haben.

 

Ob Stabwanze oder Wasserskorpion, Groß- oder Kleinlibellenlarve: Die Unterscheidung fiel nach einer ausführlichen Einführung nicht mehr schwer. Dass nicht nur eine gute Kenntnis der Wirbellosen für das Gelingen einer Gewässererkundung mit Kindern wichtig ist, sondern auch bei der „Forscherausrüstung“ auf einiges zu achten ist, erfuhren die Teilnehmerinnen im zweiten Teil der ganztägigen Veranstaltung. Ebenfalls zu berücksichtigen sei der sensible Umgang mit den Gewässerorgansimen und selbstverständlich auch die Sicherheit vor Ort. „So sollte auf jeden Fall das Gewässer im Vorfeld auf mögliche Gefahrenquellen wie unbekannte Einleiter untersucht werden.“, erläuterte Hufmann.

 

Getreu dem Motto der Veranstaltung „Lupe, Kescher, fertig los!“ wurden die erlernten Methoden zum Auffinden und Fangen, Beobachten und Bestimmen der Wassertiere während einer Abschlussexkursion an den Rodenbacher Beinholzsee gleich umgesetzt. Die Weiterbildung qualifiziert Erzieher/innen in Kindergärten, Tagesstätten und Grundschulen, eigenständig umwelt-pädagogische Veranstaltungen an Bach oder Teich zu gestalten.

 

Die nächste Fortbildung ist für das Frühjahr 2016 geplant. Wer sich heute schon anmelden möchte, kann dies gerne telefonisch (06184 - 99 33 797) oder per E-Mail (gna.aue@web.de) tun. Die Veranstaltung findet in der Zeit von 9:30 bis 15:30 Uhr in der Geschäftsstelle im 1. Obergeschoss des Evangelischen Gemeindezentrums Rodenbach statt (Buchbergstr. 6, 63517 Rodenbach, Eingang über den Rathausweg). Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

 

Die Gebühr beträgt 65 Euro pro Person und enthält nehmen der Teilnahme-bescheinigung auch ein ausführliches Skript und viele weiterführende Informationsmaterialien. Es sollte an wetterfeste Kleidung und Mittags-verpflegung gedacht werden. Getränke werden von der GNA gestellt.

 

Für Belegschaften von Kindergärten und Tagesstätten können auch im Herbst 2015 noch gesondert Fortbildungstermine vereinbart werden. 

 

Lernen im "GNA-Labor" - Weiterbildung im April 2015 (c) GNA

1.09.2015

Veranstaltungsankündigung | 26. September 2015 | 10:30 – 12:30 Uhr

 

Dritter Wasserforschertag in Rodenbach

Familien erforschen gemeinsam den Lebensraum Wasser

 

Im Rahmen einer zweistündigen Veranstaltung lernen Großeltern mit ihren Enkeln oder Eltern mit ihren Kindern gemeinsam die häufigsten Wassertiere kennen. Ob Insekt oder Krebs, Groß- oder Kleinlibelle, Wasserwanze oder Wasserkäfer: Das Bestimmen stellt nach der informativen Veranstaltung kein Problem mehr dar.

 

Nach einer kurzen Einführung kann jeder Teilnehmer – ob alt oder jung - selbst „keschern“ und die gefangenen Organismen in Tümpelaquarien und unter Stereolupen lebend beobachten. Außerdem werden die wichtigsten Organsimen für die biologische Gewässergütebestimmung vorgestellt. Kleine Experimente runden das bunte Programm um den Lebensraum Wasser ab. Zum Schluss erhält jedes Kind ein Wasserforscherdiplom. Durch das Programm führen die Biologin Susanne Hufmann und die Umweltpädagogin Désirée Viel, die als Leiterin der GNA Naturschutzjugend ihre „Eisvögel“ ebenfalls herzlich einlädt.

 

Die GNA bittet um Anmeldung. Eine spontane Teilnahme ist aber auch kurzfristig noch möglich. Treffpunkt ist am 26.09.2015 um 10:30 Uhr der Parkplatz an der Bulauhalle in Rodenbach. Die Teilnahmegebühr beträgt 3 Euro pro Person. Wetterangepasste Kleidung und Schuhe (am besten Gummistiefel) werden empfohlen. Das gesamte Equipment zur Wassererforschung wird von der GNA mitgebracht. 

18.08.2015

Biotopverbund für Auenbewohner erhält Förderung

 

In vielen Regionen Deutschlands ist er inzwischen selten geworden oder gänzlich verschwunden. Der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea) findet keine Laichplätze mehr, obwohl hierzulande seine Stamm­heimat ist. Das typische „geck-geck-geck“, das mit beachtlicher Lautstärke durch die Nächte hallt, ist heutzutage nur noch in den Landschaften zu hören, die den „gehobenen Ansprüchen“ des kaum fünf Zentimeter großen Frosches genügen. Denn der Laubfrosch mag es warm und sonnig. Viel Bewuchs und Schatten mag er dagegen nicht.

 

Spätestens im Mai sucht der Laubfrosch sein Laichgewässer auf. In der Abenddämmerung treiben die Männchen auf der Wasseroberfläche und stimmen mit einer großen Schallblase an der Unterseite der Kehle ihren lauten Chor-gesang an, um Weibchen heranzulocken. Das machen sich die Naturschützer der GNA zunutze, indem sie die Populationen im Grünland von Rodenbach, Langenselbold und Hasselroth jedes Jahr zur Fortpflanzungszeit „verhören“ und zählen.

 

Lebensräume sichern und optimieren

Engagiert unterstützt werden sie dabei erneut von der Dr. Herbert Münzer-Stiftung aus Bad Soden im Taunus und vom Stiftungsmanagement der Commerzbank AG, wo mehrere Hundert Stiftungen begleitet werden. In Bernhard Zinn als Vorstandsmitglied der Stiftung und in Sascha Mintkiewicz, im Stiftungsmanagement für die Geschäftsführung der Stiftung verantwortlich, hat aber nicht nur der Laubfrosch couragierte Fürsprecher gefunden. Von der neuen Förderung sollen ab sofort auch Kammmolch und Gelbbauchunke sowie Kiebitz, Bekassine und andere Wiesenvögel profitieren. Dazu machten sich die Geldgeber aus Frankfurt am Main selbst ein Bild und besuchten im April diverse Gewässerkomplexe in der Hasselrother Kinzigaue.

 

Neben funktionierenden Reproduktionsgewässern, in denen die Entwicklungsstadien des Laubfrosches und vieler anderer Amphibien nachgewiesen werden, musste das Projektteam der GNA auch sanierungs-bedürftige Tümpel präsentieren, die aufgrund eines starken Aufwuchses von Weiden, Erlen und Schilf nach und nach verlanden und „unbrauchbar“ werden: Nicht nur für den Laubfrosch, sondern auch als Nahrungsbiotop für wiesenbrütende Vogelarten, die auf offene, flache Gewässer angewiesen sind.

 

Überleben im Biotopverbund

Schon seit 2008 betreuen Günter Könitzer und Susanne Hufmann mit Unterstützung der Dr. Herbert Münzer-Stiftung den etwa 250 Hektar großen Biotopverbund. „Das Verbreitungsgebiet des Laubfrosches gleicht einem Flickenteppich. Aufgrund unserer dauerhaften Bemühungen besteht im hessischen Kinzigtal aber die einmalige Chance, eine stabile Population aufzubauen, die auch Perioden großer Trockenheit, die in den letzten Frühjahren immer häufiger auftraten, überstehen kann.“, berichtet die GNA-Biologin. Als Nächstes müssten längst überfällige Pflegemaßnahmen geplant, beantragt und durchgeführt werden.

 

Bernhard Zinn und Sascha Mintkiewicz sind sich einig: „Unsere heimische Tierwelt kann nur überleben, wenn wir ihre Lebensräume langfristig erhalten und schützen. Auengewässer sind wertvolle Ökosysteme für viele Tierarten. Ganz im Sinne des Stifters konnten wir uns heute von der Notwendigkeit überzeugen, den Biotopverbund in der unteren Kinzigaue wieder zu fördern. Mit der langjährigen Betreuung des Biotopverbundes, mit der wissenschaftlichen Erhebung von Populationsgrößen und der Einleitung nötiger Pflegemaßnahmen leistet die GNA einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Natur.“

31. Juli 2015

Rodenbacher Naturschutzjugend erkundet die Lahn

 

Die diesjährige Kanutour der „Wasserskorpione“ startete in Oberbiel und führte durch das landschaftlich reizvolle Lahntal und einer relativ unberührten Natur abseits von Industrie, Ballungszentren und Straßenlärm. Ziel war die Residenzstadt Weilburg mit dem einzigen Schifffahrtstunnel Deutschlands.

 

Der ständig wechselnde Flussverlauf mit leichten Stromschnellen und mit teilweise per Hand zu bedienenden Schleusen bot Eltern und Kindern wieder viel Spaß und Abwechslung. Auch wenn diesmal vor allem körperlicher Einsatz gefragt war, kam die Beobachtung der Fauna und Flora am Fluss nicht zu kurz. Schwäne, Stockenten sowie Blässhühner und ihre Jungen, die bevorzugt auf nährstoffreichen Gewässern anzutreffen sind, kreuzten den Weg der Kanuten. Auch der „blaue Blitz“ des Eisvogels konnte immer wieder über der Lahn und entlang ihrer Ufer beobachtet werden.

 

Die „Wasserskorpione“: Das sind Schüler und Schülerinnen ab der 5. Klasse, die sich in der Regel alle zwei Wochen zur Gruppenstunde im Evangelischen Gemeindezentrum in Niederrodenbach treffen. Träger ist die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA e.V.). Unter der fachkundigen Leitung von Dr. Helmut Steiner, seines Zeichens Biologe und erfahrener Amphibienexperte, beschäftigt sich die Jugendgruppe mit so gut wie allem, was mit der belebten Natur zu tun hat. Es versteht sich von selbst, dass die Jugendlichen dazu meist „draußen“ unterwegs sind.

 

So kartieren sie Abschnitte des Rodenbachs, suchen und untersuchen Quellstandorte in der Umgebung, nehmen Proben und bestimmen den pH-Wert (Säuregehalt), die Leitfähigkeit (Salzgehalt) und die Wassertemperatur dieses besonderen Lebensraumes. Im Rahmen des hessenweiten Frühlingsputzes beteiligen sich die jungen Natur-schützer jedes Jahr an der Aktion „Sauberhaftes Rodenbach“. Ein weiteres Highlight im Jahreskalender der „Wasserskorpione“ ist das Kinderhöhlen-wochenende in der fränkischen Schweiz. Einige der „Wasserskorpione“ sind schon etliche Jahre dabei, denn bereits in der Grundschule nahmen sie an den Aktivitäten der jüngeren „Eisvögel“ teil.

 

Schnuppern erlaubt! Wer noch unschlüssig ist, ob er oder sie bei den "Wasserskorpionen" mitmachen möchte, kann gerne erst einmal an einem Schnuppertag einlegen. Grundsätzlich gilt: Die Teilnahme ist kostenlos. Aus versicherungstechnischen Gründen ist aber eine Vereinsmitgliedschaft erforderlich. 

 

Wir bitten zur Unterstützung unsere Jugendarbeit um Spenden auf das Konto 10 70 800 bei der Raiffeisenbank Rodenbach, BLZ 506 636 99, Stichwort: Naturschutzjugend (IBAN: DE 75 5066 3699 0001 0708 00, BIC: GENODEF1RDB). Als gemeinnützig anerkannte Naturschutzorganisation sind wir zur Ausstellung von Spendenbescheinigungen zur Vorlage beim Finanzamt berechtigt.

Bauabnahme durch Helmuth Biczysko (Hessen Mobil), Tiefbauunternehmer Jörg Darmstädter, Günter Könitzer und Susanne Hufmann (beide GNA) (c) GNA

 

27.07.2015

Praktikanten schreiben für die GNA

GNA führt Pflegemaßnahme in Hasselroth durch

 

Ob Strauch oder Baum, der Laubfrosch verbringt einen Großteil seines Lebens in ein bis zwei Metern Höhe. Dort sitzt er geduldig und wartet bei schönem Wetter darauf, das kleine Insekten vorbeikrabbeln oder -fliegen, die er dann mit seiner Zunge schnappt und verspeist. Im Winter gräbt sich der Laubfrosch unter Laub und Erde ein, um so die Kälte zu überstehen. Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit - gegen April - gräbt sich der Frosch aus und sucht sonnige Laichgewässer auf. Dort versucht er mit seiner Schallblase in ganzen Chorgesängen mit seinen männlichen Artgenossen die Weibchen anzulocken, um sich zu paaren.

 

Zurzeit sind viele Tümpel und Feuchtwiesen ausgetrocknet. Ob dies durch den durch Klimawandel oder eine ungewöhnliche Häufung von Trockenperioden verursacht ist, ist nicht sicher. Die Trockenheit erschwert bzw. verhindert aber die Amphibienfortpflanzung. Mit dem Ziel, eine stabile Population des nur 3 bis 5 cm kleinen Frosches aufzubauen, bemüht sich die GNA, seinen Lebensraum langfristig zu erhalten.

 

In vielen Teilen Deutschlands, wie z.B. Rheinland-Pfalz oder Nordrhein-Westfalen, handelt es sich beim Laubfrosch bereits um eine gefährdete Art, die vom Aussterben bedroht ist. Südhessen beherbergt eines der letzten Gebiete, in denen sich die kleinen Frösche wohl fühlen.

 

Der erste Schritt zur Besserung dieses Problems ist die Pflege bzw. der Ausbau der Tümpel. Bei einer kürzlich durchgeführten Maßnahme wurde ein zugewachsener Tümpel in Abstimmung mit der Gemeinde Hasselroth als Eigentümerin der Fläche in der Gemarkung Niedermittlau frei gelegt, so dass er in den kommenden Jahren wieder zum optimalen Lebensraum der Amphibien werden kann. Finanziert von Hessen Mobil und durchgeführt von der Firma Darmstädter GmbH aus Rodenbach wurden innerhalb von drei Tagen Pflanzen und Sträucher um den Tümpel herum entfernt und so ein freier Zugang zum Gewässer für den Laubfrosch geschaffen.

 

Durch jährliche Kartierungen des 250 Hektar großen Biotopverbundes an der Kinzig zwischen Langenselbold und Hasselroth wird die Bestandsentwicklung kontrolliert. Zusätzlich suchten GNA-Biologin Susanne Hufmann und Praktikant Philipp Römer das Projektgebiet nach Kaulquappen und anderen Entwicklungsarten ab, allerdings mit einem erschreckenden Ergebnis: Durch die lange Trockenheit im Juni und Juli bestand für den Froschnachwuchs kaum die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Zudem fielen die wenigen Kaulquappen Räubern wie Fischen oder Wasserinsekten zum Opfer.

 

Nach wie vor besteht an der unteren Kinzig die einmalige Chance für dieses Projekt. Den ursprünglichen Lebensraum des Laubfrosches, dynamische Auen, die regelmäßig überflutet werden und so ständig neue Stillgewässer schaffen, gibt es kaum noch. Diesen Effekt versucht die GNA durch die Anlage von Tümpeln zu simulieren. Dass die Arbeit bereits Früchte trägt, zeigen Untersuchungen des von der GNA optimierten Biotopverbundes, in dem sich die Laubfroschpopulation seit Beginn des Projektes 2008 in etwa verdoppelt hat.

 

Die Bauabnahme mit Helmuth Biczysko von Hessen Mobil und Jörg Darmstädter, sowie den Beteiligten der GNA, verlief äußerst zufriedenstellend für alle Seiten. Weitere Projekte sind bereits in Planung. Dazu bittet die GNA um Spenden.

 

„Auch mit einer kleinen Spende können wir schon viel erreichen. So kann mit 20 Euro ein Kubikmeter Erde bewegt werden, um ein neues Laichgewässer zu schaffen. 50 Euro helfen, einen Tümpel für Kaulquappen zu pflegen und zu erhalten und 75 Euro sind nötig, um einen Meter Entwässerungsgraben in ein Biotop umzuwandeln“, erklärt die GNA-Biologin Susanne Hufmann. 

 

Diese Pressemitteilung wurde verfasst von Philipp Römer, 17 Jahre, Praktikant.       

14.07.2015

Dauerhaft und nachhaltig

 

Stiftungen sind bis auf wenige Ausnahmen vom Bürgerlichen Gesetzbuch auf „ewig“ ausgelegt. Ein sehr hoher Anspruch an eine Organisation, die „dauerhaft und nachhaltig“ ihren Zweck erfüllen soll. Der satzungsgemäße Zweck der GNA-Stiftung Mensch und Natur ist die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege durch die ideelle und finanzielle Unterstützung der GNA. Die Stiftung ist somit rein operativ tätig. Beide Organisationen haben seit 2013 ihren Sitz im Evangelischen Gemeindezentrum Niederrodenbach.

 

Der hohe Anspruch gilt auch für das Kapital der GNA-Stiftung. Es darf nicht ausgegeben werden und muss ungeschmälert erhalten bleiben. Lediglich aus den Erträgen des Kapitals unterstützt die Rodenbacher Stiftung, die langfristig das Wohl von Mensch und Natur im Fokus hat, die Arbeit der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung. Im Gegensatz dazu sind Vereine verpflichtet, die ihnen zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel wieder ausgeben. Sie dürfen Geld nicht über längere Zeit zurücklegen und müssen es zeitnah für satzungsgemäße Zwecke einsetzen.

 

Aus diesem Grund entschloss sich die GNA, Interessierten, die den Natur-, Arten- und Biotopschutz im südhessischen Main-Kinzig-Kreis unterstützen wollen, mit der Gründung einer Stiftung eine langfristige Perspektive zu bieten. Begonnen hat die gemeinnützige Stiftung 2013 mit einem Grundstockvermögen in Höhe von 5.000 Euro. Eine erste Zustiftung der Raiffeisenbank Rodenbach, die auch als beratendes Bankunternehmen für die größtmögliche Sicherheit des angelegten Geldes sorgt, erhöhte das Grundkapital schon im gleichen Jahr. Ihre Aufgaben erfüllt die GNA-Stiftung einerseits aus den Erträgen des Stiftungsvermögens sowie aus Zuwendungen und Spenden, wenn diese nicht ausdrücklich zur Stärkung des Grundstockvermögens bestimmt sind.

 

Um ihr Engagement für die biologische Vielfalt sichtbar zu machen, präsentiert die GNA-Stiftung für Mensch und Natur ihre Arbeit auch 2015 wieder auf dem Hessischen Stiftungstag, der alle zwei Jahre im Wiesbadener Kurhaus stattfindet. Dass seltene Tier- und Pflanzenarten erhalten bleiben, Biotope geschützt, Fließgewässer und Auen sowie Feuchtgebiete und Moore renaturiert werden sollen, kommt bei dem interessierten Fachpublikum gut an. In den kommenden Jahren will sich die Stiftung insbesondere auf dem Sektor der Umweltbildung für Kinder und Jugendliche wirkungsvoll engagieren. Nicht zuletzt deshalb wirbt die noch junge Stiftung intensiv um Zustiftungen, um das Stiftungskapital weiter aufzustocken. „Außerdem könnten mit den erwirtschafteten Erträgen zukünftig längst überfällige Biotopverbesserungen und Artenschutzprogramme realisiert werden. Zusätzliche Spenden unterstützen die Stiftung bei ihren laufenden Arbeiten.“, erläutert Susanne Hufmann, Mitglied des Stiftungsvorstandes. „Mehr Informationen finden Sie in unserem Faltblatt, das kostenlos erhältlich ist und im Internet unter www.gna-aue.de/stiftung.“

 

Unterstützen Sie bitte die GNA Stiftung Mensch und Natur durch eine Zustiftung oder Spende!

Wirken Sie aktiv mit, heimische Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und Lebensräume zu bewahren.

 

Spendenkonto der GNA-Stiftung Mensch und Natur:

Raiffeisenbank Rodenbach

IBAN: DE06 5066 3699 0001 0734 00 | BIC: GENODEF1RDB

 

Ihre Zustiftung oder Spende ist steuerlich abzugsfähig.
Die GNA-Stiftung Mensch und Natur ist berechtigt, Spendenbescheinigungen auszustellen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Zur Belohnung gibt es ein Wasserforscherdiplom. (c) GNA

16.06.2015

Bäche und Tümpel werden zu Forschungsstationen

Neue Termine wieder ab Mitte Juli

 

Dass sich ihr Heimatbach in einem guten Zustand befindet, erfuhren begeisterte Vorschulkinder des Kindergartens Friedrichstal in der vergangenen Woche an der Orb. Was die Kinder mit ihren Keschern und Sieben zu Tage beförderten, konnte sich sehen lassen: Bachflohkrebse, Eintagsfliegenlarven und vieles mehr. Bei den gefundenen Arten handelt es sich fast ausschließlich um Anzeiger einer guten Wasserqualität, die den Oberlauf der Orb prägt. „In vielen Gewässern, die wir inzwischen untersucht haben, kommen diese Tiere gar nicht mehr vor. Ihr habt wirklich Glück mit Eurem Bach.“, erklärte GNA-Biologin Susanne Hufmann den erstaunten Kindern. „Diese kleinen Wassertiere stellen große Ansprüche. Das Wasser muss sauber und kühl sein und viel Sauerstoff zum Atmen enthalten.“

 

Auch die jungen Naturforscher der Birsteiner Kindergärten Im Zauberwald, Villa Kunterbunt und Pusteblume waren in dieser Woche erfolgreich: Kleine Flussnapfschnecken, flache Eintagsfliegenlarven mit runden Augen, große Strudelwürmer, die sich mit Hilfe eines Wimpernkleides fortbewegen und Bachflohkrebse, die ebenfalls sauberes Wasser bevorzugen, bevölkerten schnell ihre Schälchen und Eimer. Besonders unter Steinen und an toten Holzstücken wurden die Kinder fündig, da sich hier die meisten tierischen Bewohner eines kleinen, aber schnellfließenden Baches verstecken oder festklammern.

 

Was macht die Fliegenlarve im Köcher?

Besondere Aufmerksamkeit erregen immer wieder die Larven der Köcherfliegen, die in selbstgebauten, kunstvoll aus Pflanzenteilen oder Steinchen zusammengesetzten Röhrchen auf dem Bachgrund leben. Die Köcher dienen dazu, die Larven vor Fressfeinden, aber auch vor dem Abdriften zu schützen. Köcherfliegenlarven gehen kriechend auf Nahrungssuche und leben meistens von kleinen Pflanzenresten. Nach einem kurzen Puppenstadium schlüpfen die erwachsenen Köcherfliegen, die nur kurze Zeit leben und in dieser Zeit ihre Eier zwischen Pflanzen eines Fließgewässers ablegen.

 

Nach dem Motto „Nur das, was ich kenne, kann ich schätzen und schützen.“ ermöglicht die gemeinnützige Naturschutzorganisation bereits seit fünf Jahren Kindern und Jugendlichen, den Lebensraum Wasser zu erleben und seine tierischen Bewohner kennen zu lernen. Ziele der Umweltpädagogen, die von März bis Anfang Oktober unterwegs sind: Kindergärten, Tagesstätten und Grundschulen im Main-Kinzig-Kreis, aber auch in angrenzenden Landkreisen.

 

Termine können unter der Telefon-Nr. 06184 – 99 33 797 oder per Mail an gna.aue@web.de vereinbart werden. Das Angebot kostet 120 € zuzüglich einer Fahrkostenpauschale von 25 Cent pro gefahrenen Kilometer.

5.06.2015

Recycling statt wegwerfen - GNA stellt Handysammlung vor

 

Anlass war der 6. Umwelttag auf dem Gelände des Offenbacher Energieversorgers EVO, der unter dem diesjährigen Motto „Abfallvermeidung – Recycling statt wegwerfen“ stand. Neben einem Repaircafé, einem Tauschhaus und einer Aktion zum Plastiktütenrecycling präsentierte Geschäftsführerin Susanne Hufmann am Stand der GNA ein breites Spektrum von Natur- und Artenschutzprojekten der in Rodenbach bei Hanau ansässigen Organisation. Darunter Maßnahmen für den Weißstorch, den Biotopverbund Laubfrosch sowie die vielen Umweltbildungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

 

„Die Mobilfunkbranche boomt. Design, Funktionen und Zusatzoptionen der neuen Handy- und Smartphone-Generationen werden ständig erneuert und erweitert. So rangieren viele Nutzer ihre „alten“, aber noch funktionstüchtigen Handys vorzeitig aus.“, berichtete Hufmann. Die Handysammlung der GNA ermöglicht eine Wiederverwendung dieser Geräte und ist auch für defekte Mobiltelefone der beste Entsorgungsweg.

 

„Es gibt viele gute Gründe, sein ausgedientes Handy bei der GNA abzugeben.“ Ein Grund sei die Schadstoffbelastung. „In Handys stecken Schwermetalle wie Blei und Beryllium sowie Flammschutzmittel. Um die Umwelt zu entlasten und die Gesundheit zu schützen, müssen alte Handys speziell entsorgt werden.“ Hinzu kommt die Rückgewinnung von Wertstoffen. Handys und andere Elektroaltgeräte enthalten Rohstoffe und sind damit viel zu wertvoll für den Müll. Mitarbeiter der EVO und anderer Firmen aus der Umgebung nutzten die Gelegenheit, ausgediente Handys abzugeben und damit dem Recycling zuzuführen.

2. Juni 2015

Störche in Rodenbach

Das 48 Hektar große „Röhrig von Rodenbach“ ist wegen seiner Artenvielfalt ein ganz besonderes Feuchtgebiet. Seinen Ursprung verdankt es der Kinzig und ihren immer wiederkehrenden Überflutungen. Wegen seiner Bedeutung für die heimische Vogelwelt wurde es bereits 1959 als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Seit 1976 ist das Röhrig von Rodenbach Naturschutzgebiet, in dem mehr als 130 Vogelarten beobachtet werden. Kiebitze, Bekassinen und Zwergschnepfen machen hier Rast. Graureiher schreiten beutesuchend über die feuchten Wiesen. Die seltene Rohrweihe nistet Jahr für Jahr versteckt mitten im dichten Schilf. Auch Singvögel wie Teich- und Schilfrohrsänger sind wieder zu hören. Seit einigen Sommern macht ein Trupp von mehr als 60 Graugänsen Quartier an den Tümpeln und in den Wiesen an der Kinzig.

 

Am Mittwoch, den 10. Juni beginnt um 18 Uhr die Führung unter der Leitung der GNA-Biologin Susanne Hufmann, die über die Lebensweise und Biologie des Storches und über seine Schwierigkeiten, in einer von den Bedürfnissen des Menschen geprägten Landschaft zu überleben, informiert.

 

Treffpunkt ist der Parkplatz beim Landhof Schmidt in Niederrodenbach (Kinzigstraße 11, 63517 Rodenbach). Wettergerechte Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Unbedingt mitbringen: Fernglas und/oder Spektiv, da das Brutgeschehen und das Familienleben der Störche nicht gestört werden darf. Die interessante Führung durch die Rodenbacher Aue dauert etwa 1,5 Stunden. Die Teilnahmegebühr von 3 € kommt dem Artenschutzprogramm Weißstorch der GNA zugute. Die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen ist kostenlos.

 

Helfen kann jeder: Die GNA sucht Menschen, die als Storchenpaten mit einem monatlichen Betrag das Artenschutzprojekt Weißstorch - nachhaltig und langfristig – unterstützen möchten. Patenschaftsbeiträge gelten als Spende und sind daher steuerlich absetzbar. Eine Bestätigung über ihre Zuwendungen erhalten GNA Storchenpaten unaufgefordert jeweils am Anfang des darauffolgenden Jahres. Eine Patenschaft kann jederzeit und ohne Angabe von Gründen beendet werden. Einmalige Spenden sind ebenso hilfreich.

20.05.2015

Artenschutz Weißstorch

Immer früher kehren die Störche, wissenschaftlich Ciconia ciconia genannt, in ihre Brutgebiete zurück. Konnte man bisher erst Ende Februar bis Mitte März mit ihnen rechnen, so sind seit kurzem bereits im Januar wieder Störche bei uns zu beobachten. Ebenso nimmt das Phänomen der so genannten „Winterstörche“ zu, die die kalte Jahreszeit in ihren angestammten Brutgebieten verbringen. Früh im Jahr lassen sich aber noch keine Amphibien in den Wiesen und Tümpeln der Auen finden. Deshalb stellen sich die Störche ganz auf die Jagd nach Mäusen ein, die sie - langsam über die Wiesen schreitend - erbeuten.

 

Heute, wo Feuchtgebiete selten geworden sind, frisst der Weißstorch nicht nur Frösche, Kröten und deren Kaulquappen. Er ist ein ausgesprochener Nahrungsopportunist, der seinen Speiseplan an die örtlichen Gegebenheiten anpasst. Eine hohe Nahrungsdichte und leichte Verfügbarkeit sind ausschlaggebend für den Fortpflanzungserfolg des Weißstorches und für das langfristige Überleben dieser großen Wiesenvogelart. Die Zeit, die Storcheneltern aufwenden müssen, um ihren Nachwuchs mit Futter zu versorgen, ist daher ein zuverlässiges Maß für die Nahrungssituation eines Brutpaares und für den ökologischen Zustand der Nestumgebung.

 

Zurzeit sind - wie im Vorjahr - wieder 41 Nistplattformen im Main-Kinzig-Kreis besetzt und die ersten Jungen geschlüpft. In deren ersten Lebenswochen verfüttern die Storcheneltern Regenwürmer, Insektenlarven, Heuschrecken und Laufkäfer. Danach verschiebt sich das Spektrum zu größeren Beutetieren: Eidechsen, Schlangen, Maulwürfe, Spitzmäuse, aber auch Schnecken, Muscheln und Fische stehen auf dem Speiseplan der heranwachsenden Störche. Leider wird aber auch vor anderen Vogelarten, wie vor den Küken des bedrohten Kiebitzes, nicht halt gemacht.

 

Der Nahrungsbedarf einer durchschnittlichen Storchenfamilie ist enorm: Bis zu 1,2 Kilogramm tierisches Futter benötigt ein Jungvogel täglich. Hat ein Storchenpaar vier Junge, bedeutet dies für die Eltern, täglich mehr als fünf Kilogramm Beutetiere fangen zu müssen. Die Eltern selbst kommen mit 500 Gramm Nahrung täglich aus.

 

Artenschutzmaßnahmen der GNA: Fehlende Nistplätze sind schon lange nicht mehr das Problem des Weißstorches. Wichtiger ist es, dem Weißstorch Lebensräume anzubieten, in denen er genug Nahrung für sich und seinen Nachwuchs findet. Deshalb setzt sich die GNA aktiv für den Erhalt großflächiger Feuchtwiesen und Auen ein, für den Schutz der Brutgebiete in den Flussauen, eine extensive Grünlandbewirtschaftung, die Optimierung von Nahrungsbiotopen, Anlage von Nahrungstümpeln und Wasserflächen sowie die Pflege und Erhalt bestehender Storchenhorste. Das Errichten weiterer Nistplattformen wird zurzeit nicht favorisiert.

 

„Durch das Aufstellen immer neuer Storchenmaste wächst die Population der Weißstörche ständig an, was grundsätzlich sehr erfreulich ist, nachdem der Weißstorch fast zwei Jahrzehnte lang ganz aus Hessen verschwunden war. Während im ersten Jahr seiner Wiederkehr, im Jahr 2000, nur zwei Brutpaare im Main-Kinzig-Kreis siedelten, waren es im letzten Jahr, also 14 Jahre später, schon 41 Brutpaare, die insgesamt 94 Jungstörche aufzogen.“, erläutert GNA-Biologin Susanne Hufmann die aktuelle Situation.

 

Die mittlere Gelegestärke liegt bei 3 bis 4 Eiern. Wesentlich niedriger als die Zahl der Eier sei die Anzahl ausfliegender Jungvögel. Sie liegt im Durchschnitt bei 1 bis 2 Jungen, so geschehen im letzten Jahr in Rodenbach, wo insgesamt 5 Nester besetzt waren. Denn nur dort, wo die Nahrungsvoraussetzungen wirklich gut sind, gelingt es, alle Jungvögel eines Horstes großzuziehen. So könnte die geringe Anzahl der Rodenbacher Jungstörche, die tatsächlich flügge wurden, das erste Signal einer Nahrungsknappheit sein. Denn nicht nur Störche machen Jagd auf Mäuse, Frösche und Co., sondern auch Grau- und Silberreiher, deren Anzahl ebenfalls stark zugenommen hat.

 

„Wenn man bedenkt, dass zum Ende des letzten Sommers allein im Main-Kinzig-Kreis 176 ausgewachsene Störche ernährt werden mussten, ist das schon eine große Belastung für die Artenvielfalt.“, so Hufmann abschließend. Abhilfe schaffen könnten nur Lebensraumoptimierungen wie die Anlage von Flachwassertümpeln oder anderen Nahrungshabitaten in der Aue, wie sie von der GNA schon seit langem durchgeführt werden.

19.05.2015

1.000 Euro für den Laubfrosch - Jede Stimme zählt!

 

Im Rahmen der Aktion „DiBaDu und Dein Verein“ kann ab sofort jeder und jede für die im Main-Kinzig-Kreis tätige Naturschutzorganisation abstimmen.

 

Bei dieser Aktion werden deutschlandweit insgesamt 1.000.000 Euro an 1.000 gemeinnützige Vereine gespendet. Dabei zählt jede Stimme, denn die 1.000 dort registrierten Vereine, die bis 30. Juni 2015 die meisten Stimmen sammeln, erhalten eine Spende in Höhe von 1.000 Euro.

 

Die gemeinnützige GNA mit Sitz in Rodenbach setzt sich seit vielen Jahren für den Schutz von Lebensräumen wildlebender Tiere und Pflanzen ein. Ihre Schwerpunkte sind die Renaturierung von Fließgewässern, der Artenschutz in der Aue und die Umweltbildung. Ein weiteres Ziel ist es, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Natur wieder näher zu bringen. Unterstützung benötigt sie derzeit dringend für den Biotopverbund Laubfrosch in den Kinzigauen von Hasselroth und Langenselbold und beteiligt sich daher unter dem Motto „Hilfe für den Froschkönig!“ an der großen Vereinsspendenaktion im Internet.

 

Bis vor 100 Jahren war der heimische Laubfrosch noch häufig. Heute zählt er leider zu den großen Verlierern; sein Bestand ist akut gefährdet. Deshalb baut und pflegt die GNA Biotope in den Auen an der Kinzig. Die diesjährige Kartierung hat es wieder gezeigt: Zahlreiche Biotope, darunter verlandete Tümpelreihen müssen dringend saniert werden, damit sie weiterhin vom Laubfrosch als Fortpflanzungsgewässer angenommen werden. Nur so kann der Biotopverbund langfristig seine Funktionen erfüllen und der Laubfrosch überleben.

 

„Die 1.000 Euro möchten wir für den Erhalt und die Pflege des Biotopverbundes einsetzen. Machen Sie bitte mit und unterstützen Sie unsere lokale Naturschutz-arbeit. Alle Informationen zur Aktion finden Sie unter www.ing-diba.de/verein bzw. auf unserer Homepage www.gna-aue.de.“, erläutert Geschäftsführerin Susanne Hufmann das Engagement der GNA. „Also gleich unter www.ing-diba.de/abstimmen GNA wählen, drei Abstimmcodes für das Handy anfordern und im Internet eingeben. Der Laubfrosch wird es Ihnen danken!“

12.05.2015

Schutz der Kreuzotter im Feuchtgebiet Eschenkar

 

In Hessen ist die Kreuzotter „Vom Aussterben bedroht“. Sie besitzt bewegliche Zähne und ist die einzige über ganz Deutschland verbreitete Giftschlange. Trotzdem besteht beim Besuch des Eschenkar kein Grund zur Panik: Kreuzottern sind sehr scheu und leben versteckt. Bei Gefahr flüchten sie.

 

Als wechselwarmes Tier ist die Kreuzotter auf sonnige Biotope in einer halboffenen Waldlandschaft angewiesen. Dabei bevorzugt sie Habitate mit starker Tag-Nacht-Temperaturschwankung und hoher Luftfeuchtigkeit. Durch die Umstellung von der Kahlschlagwirtschaft auf eine naturnahe Waldwirtschaft mit Einzelstammentnahme verschwand der Mosaikcharakter im Wald. Heute finden sich Kreuzottern nur noch punktuell in Fichtenschonungen, Schneisen, entlang von Wegböschungen und an Waldrändern.

 

Der Kreuzotter zum Verwechseln ähnlich ist die nach der Roten Liste als gefährdet eingestufte Schlingnatter. Trotz ihres großen Verbreitungsgebietes ist diese Art wenig bekannt. Der deutsche Name nimmt Bezug auf die charakteristische Verhaltensweise beim Beuteerwerb: Nach Ergreifen werden die Beutetiere - fast immer Eidechsen und kleine Ringelnattern - durch Würgen in zwei bis drei Körperschlingen kampfunfähig gemacht und meist lebend verspeist. Mit der Kreuzotter verbindet die Schlingnatter auch die so genannte ovovivipare Fortpflanzung. Dabei werden die Eihüllen bereits während des Geburtsvorgangs durchbrochen und vollentwickelte Jungtiere zur Welt gebracht.

 

Das Feuchtgebiet Eschenkar im Bad Orber Stadtwald ist mit seiner vielfältigen und strukturreichen Ausstattung als Lebensraum für Schlangen ideal. Das GNA Artenschutzkonzept fördert nicht nur die Kreuzotter, sondern die gesamte Artengemeinschaft des seltenen Moorstandortes. Dazu legten die Naturschützer bereits 2014 in Kooperation mit Armin Desch, Revierförster der Stadt Bad Orb, Winterquartiere und Paarungsplätze an. Es handelt sich entweder um große Holzstapel an sonnigen und windgeschützten Stellen im Wald oder um in die Erde eingelassene Steinwälle, in denen die Kreuzotter, aber auch andere Reptilien, Amphibien (Frösche, Kröten, Unken) und Kleintiere frostsicher überwintern können.

 

Indem im Eschenkar die Moorgewässer von Gehölzen „freigestellt“ wurden“, schafften die Artenschützer besonnte Amphibienlaichplätze und förderten so vor allem die Nahrungstiere junger Kreuzottern.

 

„Der Schutz der Kreuzotter im hessischen Spessart wird zunehmend wichtiger. Nicht zuletzt durch ihre versteckte Lebensweise sind die scheuen Schlangen nach und nach in Vergessenheit geraten. Und so hat sich die Situation dieses außergewöhnlichen Reptils dramatisch verschlechtert, ohne dass dies von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.“, erläutert GNA Biologin Susanne Hufmann. „Mit unseren Maßnahmen fördern wir nicht nur ganz konkret die Kreuzotter vor Ort, sondern werben auch für ihre Belange. Unterstützt wurden wir dabei von der HIT Umwelt- und Naturschutzstiftung.“

 

Ein Faltblatt informiert über das Eschenkar. Kostenlose Anforderung unter der Telefon-Nr.: 06184 – 99 33 797 oder per E-Mail gna.aue@web.de

Das Interesse ist groß (c) GNA

 

5.05.2015

Exkursion ins Feuchtgebiet Eschenkar

 

Moorige Flächen, naturnahe Waldtümpel, Torfmoose und Sonnentau – das Feuchtgebiet Eschenkar hat sich zu einem Kleinod im hessischen Spessart entwickelt. In Zusammenarbeit mit der Kurstadt Bad Orb renaturierte die GNA in den vergangenen Jahren nach und nach den seltenen Moorstandort. Unterstützung erhielt sie dabei von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) aus Mitteln des Naturschutzfonds "Lebendige Wälder".

 

Der städtische Förster Armin Desch und GNA Projektleiter Günter Könitzer realisierten zuletzt gleich mehrere große Feuchtbiotope. Im Zuge der Naturschutzmaßnahmen wurde auch ein Fließgewässer zurückverlegt. Nun verläuft der Lämmerbach - wie früher – durch ein erlenbruchartiges Waldstück, um unterhalb in sein ursprüngliches Bett zurückzukehren. Zusätzliches Totholz im Gewässer schafft viele neue Strukturen.

 

Ziel der weitreichenden Maßnahmen ist die Erhöhung der Artenvielfalt, denn die neuen Stillgewässer dienen in Zukunft seltenen und bedrohten Amphibien als Laichplatz. Besonders gefördert wird die nach der Roten Liste Hessens als stark gefährdet eingestufte Gelbbauchunke. Aber auch Tierarten, für die zurzeit lediglich eine Vorwarnung besteht, wie für den Grasfrosch oder den Kammmolch, profitieren von dem Projekt. Der Feuersalamander, der zurzeit in Hessen nicht gefährdet ist, wird sich in seinem neuen Lebensraum ebenfalls wohl fühlen. Weitere Zielarten sind seltene Libellen, darunter die Blauflügelige Prachtlibelle und die Quergestreifte Quelljungfer. Waldschnepfe und Schwarzstorch, der heute schon Nahrungsgast ist, werden außerdem mit dem Projekt gefördert.

 

Am Samstag, den 9. Mai können sich Interessierte während einer fachkundigen Exkursion selbst ein Bild vom Eschenkar machen. Treffpunkt ist um 9:30 Uhr der Parkplatz Hartmannsheiligen. Die Dauer der kleinen Wanderung ist mit drei Stunden angesetzt. Wetterangepasste Kleidung und geeignetes Schuhwerk werden empfohlen. Die Teilnahmegebühr beträgt für Erwachsene 3 Euro. Der Erlös kommt Natur- und Artenschutzprojekten der GNA zugute. Die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen ist kostenlos. 

21. April 2015

Mit der Wasserforscherkiste auf Tour

Zurzeit beginnt die neue Wasserforschersaison. Dazu lädt die GNA Kindergärten, Kindertagesstätten und Grundschulen ein.

 

Ganz nach dem Motto „Nur das, was ich kenne, kann ich schätzen und schützen.“ ermöglicht die GNA Kindern und Jugendlichen den Zugang zum Lebensraum Wasser. In enger Kooperation mit der Zentralstelle für Kinderbetreuung des Main-Kinzig-Kreises ist sie bereits seit 2012 mit der Wasserforscherkiste „auf Tour“. Ziel der Gewässerökologen sind Kindergärten, Tagesstätten und andere Einrichtungen nicht nur im Main-Kinzig-Kreis, sondern auch in angrenzenden Landkreisen und Bayern.

 

Was lebt in Bach und Teich?

Die kleinen und großen Forscher lernen schnell, Bachflohkrebs, Wasserassel oder Strudelwurm zu unterscheiden. Ist das Interesse erst einmal geweckt, sind viele Fragen zu beantworten: „Was schwimmt denn da? Ist ein Wasserskorpion gefährlich? Und was macht die Fliegenlarve im Köcher?“ Gemeinsam fängt und bestimmt man Wassertiere, baut Tümpel-Aquarien oder erforscht die Strömung eines Baches. Versuche machen besondere Fähigkeiten der Wassertiere verständlich: Sei es der „Raketenantrieb“ bei Großlibellenlarven, die Atmung unter Wasser oder die Fähigkeit mancher Insekten, über das Wasser zu laufen.

 

Die Vorteile des mobilen Bildungsangebotes

Die Wasserforscherkiste ist mit allem ausgestattet, was man zur Erkundung eines Gewässers benötigt: Stereomikroskope, Aquarien, Kescher, Sammelgefäße, Stand- und Becherlupen, Bestimmungshilfen für Kinder und vieles mehr werden mitgebracht. Zum Schluss erhält jedes Kind ein Wasserforscherdiplom. Die frei zu vereinbarenden Veranstaltungen finden von März bis Anfang Oktober statt. Den Veranstaltungsort bestimmt die Einrichtung. Das Angebot kostet 120 € zuzüglich einer Fahrkostenpauschale von 25 Cent pro gefahrenen Kilometer.

 

Die GNA empfiehlt eine frühzeitige Buchung. Anmeldungen nimmt Susanne Hufmann unter der Telefon-Nummer 06184 – 99 33 797 oder per E-Mail gna.aue@web.de entgegen. Wetterangepasste Kleidung, Gummistiefel / Wassersandalen werden empfohlen. Getränke und Verpflegung sollten bei einer längeren Veranstaltung nicht vergessen werden. 

16.04.2015 | GNA lädt zu Veranstaltungen

Die Natur erleben im Main-Kinzig-Kreis

 

Abendexkursion ins Laubfroschland: Die Kinzigaue ist Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen. Die GNA baut und pflegt Biotope für seltene Wiesenvögel und stark gefährdete Laubfrösche in den Auen von Langenselbold, Hasselroth und Rodenbach. Die Exkursion am Freitag, den 24. April (Start: 20:45 Uhr) ist gerade für Familien mit Kindern ein unvergessliches Erlebnis: Stimmt die Witterung, sind in der Dämmerung die extrem lauten Laubfroschchöre zu hören. Treffpunkt ist der Friedhof in Neuenhasslau an der Hauptstraße. Hinweise: Bitte Stirn- und Taschenlampen mitbringen, wenn vorhanden. Die GNA bittet um frühzeitige Anmeldung (06184–9933797 oder gna.aue@web.de), da der Termin witterungsabhängig ist und die Teilnehmer kurzfristig informiert werden, falls der Termin verschoben werden muss.

 

Wanderung ins Feuchtgebiet Eschenkar: Ein dreiköpfiges Projektteam berichtet am Samstag, den 9. Mai von 9:30 bis ca. 12.30 Uhr während einer Wanderung durch den Bad Orber Stadtwald über die Renaturierung und langjährige Entwicklung des Feucht- und Moorgebietes Eschenkar. Mit Besichtigung des Moor-Lehrpfads und Vorstellung von Artenschutzmaßnahmen für die Kreuzotter. Hinweise: Bitte an festes Schuhwerk, ggf. Verpflegung und Getränke denken! Keine Anmeldung erforderlich. Treffpunkt ist der Parkplatz Hartmannsheiligen in Bad Orb.

 

Für beide Veranstaltungen gilt: Teilnahmegebühr 3,- Euro pro Person. Kinder & Jugendliche kostenlos! Die Einnahmen kommen GNA Artenschutzprojekten zugute. Kurzfristige Terminänderungen entnehmen Sie bitte der Tagespresse.

 

Die Veranstaltungen der GNA sind ein Beitrag zu den „10. Naturschutz-Erlebnistagen Hessen“, die vom 2. bis 10. Mai 2015 stattfinden. Zahlreiche Aktionen bieten in dieser Zeit Naturfreunden die Möglichkeit, die ganze Faszination der Natur kennen zu lernen, den Geheimnissen der Tiere und Pflanzen in Wald und Flur auf die Spur zu kommen und ökologische Zusammenhänge näher zu erkunden. Unter www.naturschutz-erlebnistag.de sind über 160 hessische Veranstaltungen mit den jeweiligen Uhrzeiten und Treffpunkten aufgelistet. Die „Naturschutz-Erlebnistage“ werden bundesweit von den staatlichen Natur- und Umweltakademien initiiert und mit Partnern vor Ort durchgeführt. Bei den zahlreichen Veranstaltungen wird die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten in den verschiedenen hessischen Biotopen lokal erlebbar. 

GNA Biologin Susanne Hufmann erläutert die einzelnen Maßnahmen am Ruhlsee und an der Kinzig (c) GNA

26.03.2015 | Naturparadies Ruhlsee erkundet

 

Große Resonanz bei GNA Frühjahrsexkursion

Erfolgreiche Vogelbeobachtungen und interessante Diskussionen

 

Wie zur Begrüßung segelten gleich zu Beginn neun Weißstörche über die „Kinzigaue von Langenselbold“. Die Teilnehmer erfuhren, dass das Gebiet wegen seiner immensen ökologischen Bedeutung nicht nur national unter Schutz steht, sondern auch Teil des europäischen Schutzgebietssystems „NATURA 2000“ ist. Grundlage dafür sei die Flora-Fauna-Habitat (FFH) –Richtlinie der EU, berichtete Exkursionsleiterin und Diplom-Biologin Susanne Hufmann, die die von der GNA initiierte und geplante Renaturierung gemeinsam mit ihrem Kollegen Günter Könitzer von 2009 bis 2010 realisierte.

 

Das schon 1980 ausgewiesene Naturschutzgebiet ist 129 ha groß und liegt zwischen der A 66 und der Kinzig. Die feuchten Eichen-Hainbuchen-Waldstücke „Bocksgehörn“, „Stellweg“ und „Stümpfe“ und die Kinzig mit ihren naturnahen Ufergehölzen gehören ebenfalls dazu. Das Auengrünland beherbergt neben seltenen Orchideen auch viele andere bedrohte Pflanzenarten.

 

Inzwischen finden sich Jahr für Jahr auf und an dem Naturschutzsee zahllose Wat- und Wasservögel zum Rasten und Überwintern ein. Das nicht ohne Grund, denn der Ruhlsee verfügt seit seiner Umgestaltung über eine drei Hektar große Flachwasserzone, die heute nicht nur Rastplatz, sondern auch Brutgebiet ist. Immer mehr interessante Vogelarten können am Südufer des Sees, das nicht betreten werden darf, beobachtet werden, darunter ornithologische Raritäten wie Bruchwasserläufer oder Schwarzhalstaucher.

 

Diese wurden zwar während der Exkursion nicht gesehen, dafür aber Flussuferläufer, Flussregenpfeifer und Rotschenkel. Auf den Wiesen ästen zahlreiche Grau- und Kanadagänse, jagte ein Graureiher. Nilgänse waren nicht zu beobachten. Neben Haubentauchern und vielen Entenarten bevölkerten etliche Kormorane den See. Eine gelbbeinige Großmöwe konnte von den GNA Ornithologen als Mittelmeermöwe identifiziert werden, die außerhalb ihrer Brutzeit in großen Teilen Europas zu finden ist.

 

Während der Kinzigsee ganz der Freizeitnutzung und dem Wassersport zur Verfügung steht, sollen am Ruhlsee Naturschutz und Erholung in Einklang gebracht werden. Neben Joggern und Radfahrern sind es vor allem Spaziergänger, die die weithin offene Landschaft schätzen und die Ruhe genießen. Das Planungsteam von damals ist sich sicher: „In Langenselbold ist ein ökologisch sehr bedeutendes Naturschutzgebiet entstanden. Und das mitten im Main-Kinzig-Kreis, der eine traditionelle Vogelzugroute darstellt. Von unseren Maßnahmen profitiert das gesamte Ökosystem mit all seinen seltenen oder bedrohten Tier- und Pflanzenarten, die für Feuchtgebiete typisch sind.“

 

Auch gehört das extensiv bewirtschaftete Grünland um den Ruhlsee schon seit langem wieder zum Revier der Weißstörche, Grau- und Silberreiher. Die Arten teilen sich das gleiche Nahrungsspektrum: Alles Tierische wird gefressen. „Das könnte sich in den nächsten Jahren an der Kinzig allerdings zum Problem für die Artenvielfalt entwickeln.“, antwortete Exkursionsleiter Günter Könitzer auf besorgte Nachfragen der Teilnehmer.

 

„Durch das Aufstellen immer neuer Storchenmaste wächst die Population der Weißstörche ständig an, was grundsätzlich sehr erfreulich ist, nachdem der Weißstorch fast zwei Jahrzehnte lang ganz aus Hessen verschwunden war. Während im ersten Jahr seiner Wiederkehr, im Jahr 2000, nur zwei Brutpaare im Kreis siedelten, waren es im letzten Jahr, also 14 Jahre später, schon 41 Brutpaare, die insgesamt 94 Jungstörche aufgezogen.“, erläuterte Hufmann.

 

Die mittlere Gelegestärke liegt bei 3 bis 4 Eiern. Wesentlich niedriger als die Zahl der Eier sei die Anzahl ausfliegender Jungvögel. Sie liegt im Durchschnitt bei 1 bis 2 Jungen, so geschehen im letzten Jahr in Rodenbach, wo insgesamt 5 Nester besetzt waren. Denn nur dort, wo die Nahrungsvoraussetzungen wirklich gut seien, gelingt es, alle Jungvögel eines Horstes großzuziehen. So könnte die geringe Anzahl der Rodenbacher Jungstörche, die tatsächlich flügge wurden, das erste Signal einer Nahrungsknappheit sein. Denn nicht nur Störche machen Jagd auf Mäuse, Frösche und Co., sondern auch Grau- und Silberreiher, deren Anzahl ebenfalls stark zugenommen hat.

 

„Wenn man nun bedenkt, dass zum Ende des letzten Sommers allein im Main-Kinzig-Kreis 176 ausgewachsene Störche ernährt werden mussten, ist das schon eine große Belastung für die Artenvielfalt.“, so Hufmann abschließend. Abhilfe schaffen könnten nur Lebensraumoptimierungen wie die Anlage von Flachwassertümpeln oder anderen Nahrungshabitaten in der Aue, wie sie von der GNA schon seit langem durchgeführt werden.

 

Was frisst der Storch?

Als ausgeprägter Nahrungsopportunist frisst der Storch beinahe alle tierische Nahrung, die nicht zu klein, nicht zu groß und vor allem einfach zu erbeuten ist. Sein Speiseplan ist wesentlich reichhaltiger als der der meisten europäischen Vogelarten. So liest sich sein Speisezettel wie die Aufzählung der in Mitteleuropa vorkommenden Kleintierarten: Eidechsen, Molche, Schlangen, Maulwürfe, Spitzmäuse, junge Ratten; aber auch Heuschrecken, Käfer, Insektenlarven aller Art, Schnecken, Muscheln und sogar Fische und Aas. Auch Nestlinge anderer Vögel, vor allem bodenbrütender Arten (z.B. Kiebitz) zählen zu seiner Beute. Das Klischee vom reinen „Froschjäger Storch“ ist damit hinfällig, wenngleich auch seltene und bedrohte Amphibienarten wie der Laubfrosch nicht verschmäht werden.

Blühende Herbstzeitlose (c) GNA

17.03.2015

Einmalige Kooperation für eine nachhaltige Landbewirtschaftung in der Kinzigaue

 

Giftige Herbstzeitlose wird gemeinsam in die Schranken gewiesen

 

Das ausdauernde Zwiebelgewächs mit dem lateinischen Namen Colchicum autumnale ist eine botanische Besonderheit. Ausschließlich ihre Blüte erscheint im Herbst auf feuchten Wiesen. Die grünen Blätter und die auffällige Frucht erscheinen dann im Frühjahr und den Monaten Juli und August wird eine Sommerruhe einlegt. Werden jedoch die Pflanzenteile gefressen, so kann das zum Beispiel bei Pferden, Rindern und Schafen schwere Vergiftungen bis zum Tod hervorrufen.

 

Insbesondere durch die zunehmende Ausbreitung der Herbstzeitlosen in extensiv bewirtschafteten Grünlandbeständen, habe sich die Situation an der unteren Kinzig noch einmal verschärft. „Hier stehen nicht nur die Landwirte vor einem Problem, welches wir gemeinsam lösen wollen“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Denn wenn die Flächen nicht mehr in der bisherigen Form bewirtschaftet werden, verlieren die Wiesen ihren bisherigen Charakter mit zum Teil fatalen Konsequenzen für die Artenvielfalt.

 

Die Veränderung der Kulturlandschaft gefährdet ausgerechnet die wiesenbrütenden Vogelarten, deren Bestände schon seit den 1980er Jahren deutlich geschrumpft sind. Dazu zählen unter anderem Kiebitz und Bekassine, der Große Brachvogel und die Uferschnepfe.

 

Vor diesem Hintergrund hat sich im Main-Kinzig-Kreis eine einmalige Kooperation gebildet, der nicht nur das Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum, sondern auch der Kreisbauernverband unter der Leitung von Kreislandwirt Bruno Wörner, der Gebietsagrarausschuss, der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen und viele landwirtschaftliche Betriebe angehören.

 

Unter der Projektleitung der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA) soll in den kommenden Jahren versucht werden, die Herbstzeitlose – unter Berücksichtigung von Natur- und Artenschutz-gesichtspunkten – weitgehend aus den Wiesen zurückzudrängen. Deshalb haben sich auch die Kommunen Erlensee, Rodenbach, Langenselbold, Hasselroth und Gründau dem breiten Bündnis angeschlossen.

 

Auf der ersten Arbeitsgruppensitzung vor wenigen Tagen in der Klosterberghalle in Langenselbold stellte die GNA bisherige Aktivitäten vor und gab einen Ausblick auf die nächsten Arbeitsschritte. Dazu gehört die Befragung betroffener Landwirte zwecks Datenerhebung bis zur nun anstehenden Kartierung der Herbstzeitlosen in dem 600 ha großen Projektgebiet, das von den Nachbarswiesen in Erlensee über die Rodenbacher und Langenselbolder Kinzigauen bis nach Hasselroth und Gründau-Rothenbergen reicht. Langenseldbold, in Person von Stadtbiologen Matthias Wissel, ist auch die Kommune, die sich schon 2012 des Problems annahm und die ersten Sondierungsgespräche in Sachen Herbstzeitlose initiierte.

 

Klaus Fuchs, Antragsteller und betroffener Landwirt, ist sich sicher: „Mit diesem langfristig angelegten Projekt, bei dem wir als Landwirte ohne starke finanzielle Einbußen verschiedene Bewirtschaftungsvarianten ausprobieren können, haben wir eine Chance, auch in Zukunft unsere Wiesen naturverträglich bewirtschaften und das dort gewonnene Grundfutter in unseren Betrieben als Futtergrundlage verwenden zu können“.

 

Bernd Leutnant, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Main-Kinzig-Kreises, unterstreicht die Notwendigkeit der Zusammenarbeit: „Nur wenn alle Beteiligten und Betroffenen an einem Strang ziehen, kann langfristig die Kulturlandschaft an der unteren Kinzig mit ihrem Arteninventar erhalten bleiben.“ Neben den Wiesenvögeln ständen auch viele geschützte Amphibienarten wie der Laubfrosch und der Kammmolch und seltene Schmetterlingsarten im Focus der Naturschützer. Der Biologe betont, dass außerhalb der Grünlandflächen auch noch ausreichend Lebensraum für die Herbstzeitlose zu Verfügung stehen wird.

 

Finanziert wird das auf sechs Jahre angelegte Projekt vom Land Hessen über das neue Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen, kurz HALM genannt. HALM dient der Förderung einer besonders nachhaltigen Landbewirtschaftung. Mit den Fördermaßnahmen soll ein Beitrag zur biologischen Vielfalt sowie zum Wasser-, Boden- und Klimaschutz geleistet werden. Die Landwirte erhalten danach einen finanziellen Ausgleich für zusätzliche Kosten oder Ertragsverzicht in Folge einer besonders umweltgerechten Landbewirtschaftung. [>>>Mehr Informationen]

Naturschutzjugend in Aktion beim "Sauberhaften Frühlingsputz" (c) GNA

17.03.2015

Der Rodenbach ist wieder sauber

Wieder mit dabei: Die Naturschutzjugend der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA), die sich eifrig mit vielen ehrenamtlichen Helfern an der Müllsammelaktion der Gemeinde Rodenbach beteiligte.

 

Ziel von Jugendleiterin Désirée Viel und der „Eisvögel“ (Kinder der 1. - 4. Grundschulklasse) war ein Abschnitt ihres Heimatbaches im Rodenbachtal. Jugendleiter Dr. Helmut Steiner und die älteren „Wasserskorpione“ (Natur- schutzjugendliche ab der 5. Klasse) nahmen sich nicht nur die weitere Umgebung einer Quelle, das Feldgehölz, den Waldrand, sondern auch einen größeren Abschnitt des Rodenbachs und seine Ufer vor. Auch der Vorstand der GNA packte wieder beherzt mit an.

 

Was bei der Müllsammelaktion der GNA zusammen kam, ist bemerkenswert: Etliche gefüllte Müllsäcke, verrostete Metallteile, zahlreiche Plastikteile, Dachziegel, Gartenabfälle, alte Blumentöpfe, Reste eines Terrassendaches, Flaschen und Kronkorken und besonders traurig: Viele mit Hundekot gefüllte Müllbeutel, die achtlos weggeworfen am Ufer des Rodenbaches zu finden waren.

Früh übt sich, wer ein Forscher werden will (c) GNA

Mit der Wasserforscherkiste auf Tour

 

Bereits seit 2012 ist die GNA - in enger Kooperation mit der Zentralstelle für Kinderbetreuung des Main-Kinzig-Kreises - mit der Wasserforscherkiste „auf Tour“. Ziel der Ökopädagogen sind Kindergärten, Tagesstätten, Grundschulen und andere Einrichtungen. Während einer etwa zweistündigen Veranstaltung beschäftigen sich Kinder und ihre Erzieher/innen gemeinsam mit der Frage:

 

Was lebt in Bach und Teich?

Die kleinen und großen Forscher lernen schnell, Bachflohkrebs, Wasserassel oder Strudelwurm zu unterscheiden. Ist das Interesse erst einmal geweckt, sind viele Fragen zu beantworten: „Was schwimmt denn da? Ist ein Wasserskorpion gefährlich? Und was macht die Fliegenlarve im Köcher?“ Gemeinsam bestimmt man Wassertiere, baut Tümpel-Aquarien oder erforscht die Strömung eines Baches. Versuche machen besondere Fähigkeiten der Wassertiere verständlich: Sei es der „Raketenantrieb“ bei Großlibellenlarven, die Atmung unter Wasser oder die Fähigkeit mancher Insekten, über das Wasser zu laufen.

 

Die Vorteile des mobilen Umweltbildungsangebotes: Die Wasser-forscherkiste ist mit allem ausgestattet, was man zur Erkundung eines Gewässers benötigt: Stereomikroskope, Aquarien, Kescher, Sammelgefäße, Stand- und Becherlupen, Bestimmungshilfen für Kinder und vieles mehr werden mitgebracht. Zum Schluss erhält jedes Kind ein Wasserforscherdiplom. Die frei zu vereinbarenden Veranstaltungen finden von März bis Anfang Oktober statt. Den Veranstaltungsort bestimmt die Einrichtung. Das Angebot kostet 60 € pro Stunde und Gruppe. Die GNA empfiehlt eine frühzeitige Buchung.

 

Zusätzlich bietet die GNA die berufliche Fortbildung „Lupe ... Kescher ... fertig los!“ an. Unter fachkundiger Anleitung erweitern Erzieher/innen und andere pädagogische Fachkräfte ihr biologisches Wissen, erwerben zoologische Grundkenntnisse und erhalten praktische Tipps, Naturerfahrungen für Kinder an Bach und Teich erlebnisorientiert zu gestalten. Das ganztägige Programm umfasst eine ausführliche Vorstellung des Lebensraumes Wasser.

 

Die Bestimmung der Gewässerorganismen und Pflanzen erfolgt am Binokular, das faszinierende Einblicke ermöglicht. So ist die Verwandlung der Libellenlarve in ein flugfähiges Insekt nur eines von vielen faszinierenden Natur-schauspielen, auf die der Blick gelenkt werden soll. Hinzu kommen kleine Versuche, die besondere Eigenschaften und Fähigkeiten der Wassertiere vorstellen.

 

Anmeldungen für den ersten Veranstaltungstermin am Mittwoch, den 15. April (9:30 Uhr - 15:30 Uhr) nimmt die GNA-Biologin Susanne Hufmann unter der Telefon-Nummer 06184 – 99 33 797 oder per E-Mail gna.aue@web.de entgegen.

 

Veranstaltungsort ist das Evangelische Gemeindezentrum Rodenbach. Die Teilnahmegebühr beträgt 50 € pro Person. Belegschaften mit einer Gruppen-stärke von mindestens 5 bis maximal 10 Personen können zusätzlich Termine vereinbaren.

 

Zu den Leistungen zählen: Seminarleitung, See-Exkursion, Kursmaterialien, Ausstattung, ausführliches Skript, Literatur und Teilnahmebescheinigungen. Für die Freilandpraxis wird wetterangepasste Kleidung empfohlen.

6.03.2015

Sauberes Weidertsbörnchen

 

Vereine, Familien und Bürgerinitiativen machen hessische Städte und Gemeinden wieder startklar für den Frühling. In vielen Kommunen schwärmen engagierte Bürger und Bürgerinnen aus, um Müll und Abfall, den andere achtlos auf Straßen, Wiesen, Feldern und im Wald entsorgt haben, einzusammeln.

 

Wie in jedem Jahr beteiligt sich auch die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA) wieder mit vielen ehrenamtlichen Helfern an der Müllsammelaktion, die von der Gemeinde Rodenbach koordiniert wird.

 

Mit dabei sind die beiden Jugendgruppen der GNA, "Die Eisvögel" und "Die Wasserskorpione". Ziel der kleinen und großen Müllsammler ist die ehemalige Trinkwasserquelle Rodenbachs, das so genannte Weidertsbörnchen. Darüber hinaus werden auch die weitere Umgebung der Quelle, der Waldrand und die Ufer des Rodenbachs gründlich von Unrat gesäubert.

 

Die Gemeinde Rodenbach stellt Handschuhe und Müllbeutel zur Verfügung. Helfer und Helferinnen, die die GNA unterstützen möchten, sind herzlich eingeladen. Treffpunkt ist am Samstag, den 14. März um 10 Uhr der Parkplatz am Wingertsweg (gegenüber dem Rodenbacher Bauhof).

Viele Menschen interssieren sich für die wichtige Naturschutzarbeit der GNA. (c) GNA

12.02.2015

Handysammlung für den Laubfrosch

 

Die Handysammlung der GNA ermöglicht eine Wiederverwendung dieser Geräte und ist auch für defekte Mobiltelefone der beste Entsorgungsweg. „Es gibt viele gute Gründe, sein ausgedientes Handy bei der GNA abzugeben.“, berichtet Geschäftsführerin Susanne Hufmann. Ein Grund sei die Schadstoffbelastung. „In Handys stecken Schwermetalle wie Blei und Beryllium sowie Flammschutzmittel. Um die Umwelt zu entlasten und die Gesundheit zu schützen, müssen alte Handys speziell entsorgt werden.“

 

Hinzu kommt die Rückgewinnung von Wertstoffen. Handys und andere Elektroaltgeräte enthalten Rohstoffe und sind damit viel zu wertvoll für den Müll. Aus 14 Tonnen gemischtem E-Schrott kann man durchschnittlich etwa eine Tonne Kupfer gewinnen. Um diese eine Tonne Kupfer aus Bergwerken zu schürfen, müsste die tausendfache Menge Gestein bearbeitet werden. Und der dritte Grund: Der Erlös aus der Handysammlung kommt der Natur im Main-Kinzig-Kreis zu Gute, denn die Telekom Deutschland spendet pro Handy 1,50 Euro an die gemeinnützige Naturschutzorganisation. Mit diesem Geld finanziert die GNA ein Artenschutzprogramm für den heimischen Laubfrosch im unteren im Kinzigtal. Das GNA-Sammelnetz umfasst inzwischen 14 Sammelstellen.

 

Hier können umweltbewusste Handynutzer ihre „Handys für den Laubfrosch“ abgeben: [>>>mehr]

 

Rufendes Laubfroschmännchen | Kinzigaue von Hasselroth (c) Susanne Hufmann | GNA

13.01.2015

Naturschutzjugend in Rodenbach

 

Bei den „Eisvögeln“ stehen in diesem Jahr „Mensch und Tier“ auf der Agenda. Auf Wunsch der Schulkinder im Alter von 6 bis 10 Jahren behandelt GNA-Jugendleiterin Désirée Viel während der wöchentlichen Treffen (10:30 bis 12 Uhr) sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede. Behandelt werden Aspekte wie die Sinnesorgane, Ernährung, Fortbewegung, das Verhalten, die Aufzucht bzw. Erziehung, Anpassungen an verschiedene Lebensräume, die unterschiedlichen Lebensweisen und vieles mehr.

 

Die kleinen Forscher nehmen wieder am Wettbewerb „Erlebter Frühling“ teil, bei dem es gilt, die ersten Frühlingsboten vor der Haustür zu entdecken. Dazu zählen 2015 der Habicht (Vogel des Jahres), aber auch Salweide, Bänderschnecke und Zwergfledermaus. Ihre Erlebnisse verarbeiten die „Eisvögel“ in einer Geschichte oder einem Forschertagebuch. Schon am 18. April erkunden die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern beim Familien-Wasserforschertag einen Rodenbacher See. Im Sommer sind dann Ausflüge zu einem Imker und den Rodenbacher Störchen geplant.

 

Schüler/innen ab der 5. Klasse treffen sich ebenfalls am 17. Januar (10 Uhr) zur Gruppenstunde der „Wasserskorpione“, die in der Regel alle zwei Wochen stattfindet. GNA-Jugendleiterin Ann-Kristin Bauer lädt an den ersten fünf Terminen in diesem Jahr ein, Bäche und Flüsse und ihre Bedeutung für die biologische Vielfalt zu erforschen. Dazu wird ein Modell gebaut, das eine typische Fließgewässerlandschaft darstellt. Erneuerbare Energien wie die Wasserkraft werden ebenso thematisiert. Die nächsten Treffen finden statt am 31. Januar, 7. Februar, 21. Februar und 7. März. Weitere Highlights des Jahres sind eine Kanutour auf der Lahn, die Teilnahme beim Sauberhaften Rodenbach, das Kinderhöhlenwochenende in der fränkischen Schweiz sowie ein Besuch der Unteren Fasanerie.

 

Für beide Gruppen gilt: Die Treffen finden in der Regel samstags (außer in den Schulferien) statt und dauern 1,5 bis 2 Stunden. Treffpunkt ist das Evangelische Gemeindezentrum Rodenbach. Nähere Auskünfte erteilt die GNA unter der Telefon-Nummer 06184 – 9933797. Die Teilnahme ist kostenlos. Aus versicherungstechnischen Gründen ist eine kostenlose Vereinsmitgliedschaft erforderlich. 

Revierförster Armin Desch berichtet über Projektfortschritte im Eschenkar (c) GNA

5.01.2015

Natur erleben, beobachten & verstehen

 

Schon ab März ist die GNA wieder „Mit der Wasserforscherkiste auf Tour“. Das Ziel sind Kindergärten, Tagesstätten und Grundschulen. Gemeinsam geht man der Frage nach: Was lebt in Bach und Teich? Die Veranstaltungen sollten frühzeitig gebucht werden.

 

Ebenfalls im März lädt die GNA zu einer Fachexkursion an den revitalisierten Ruhlsee in Langenselbold. Die Veranstaltung „Ein Vogelparadies in der Entwicklung“ wird von den „Machern“ der Renaturierung persönlich geleitet. Eine zweite Exkursion findet im Oktober statt.

 

Im April führt eine Abendexkursion ins Laubfroschland. An der Kinzig in Hasselroth stellt die GNA ihre Artenschutzprojekte für Amphibien, aber auch für seltene und gefährdete Wiesenvögel wie den Kiebitz oder die Bekassine vor. Die Exkursion ist für Familien mit Kindern ein unvergessliches Erlebnis: Stimmt die Witterung, sind in der Dämmerung die extrem lauten Laubfroschchöre zu hören. Die GNA bittet um eine frühzeitige Anmeldung, da die Teilnehmer kurzfristig informiert werden, falls der Termin verschoben werden muss.

Auch im April findet die berufliche Fortbildung „Lupe … Kescher … fertig los!“ statt. Die ganztägige Veranstaltung qualifiziert Erzieher/innen dazu, umweltpädagogische Erkundungen von Bach oder Teich eigenständig durchzuführen.

 

Über die Entwicklung des Feuchtgebiets Eschenkar zu einem typischen Moor berichtet die GNA im Mai während einer dreistündigen Wanderung durch den Bad Orber Stadtwald. Schon jetzt lassen sich botanische Highlights wie das moorbildende Torfmoos und der Rundblättrige Sonnentau bestaunen.

 

Rodenbach ist das kurzem das Storchendorf in Hessen. Im Juni soll das turbulente Familienleben der Weißstörche während einer abendlichen Exkursion beobachtet werden.

 

Gleich zweimal lädt die GNA zum Rodenbacher Familien-Wasserforschertag. Mit viel Spaß fangen, beobachten und bestimmen Eltern und Kinder gemeinsam typische Wasserorganismen. Die erste Veranstaltung findet am 18. April am Beinholzsee statt. Es wird um Anmeldung gebeten.

 

Der Veranstaltungskalender 2015 kann kostenlos angefordert werden unter der Telefon-Nr.: 06184 – 99 33 797 oder per E-Mail gna.aue@web.de. Zur Unterstützung ihrer vielfältigen Natur- und Artenschutzaktivitäten bittet die gemeinnützige GNA um Spenden, die steuerlich abzugsfähig sind.