Rettet den Laubfrosch

 

Mit diesem Slogan warb die Deutsche Umwelthilfe (DUH) 2014 bundesweit um Spenden für das Laubfroschprojekt der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA) im unteren Kinzigtal. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. 5.000 Euro konnten den Projekt- verantwortlichen übergeben werden.

 

In vielen Regionen Deutschlands ist er selten oder gänzlich verschwunden. Der europäische Laubfrosch findet keine Laichplätze mehr, obwohl hierzulande seine Stammheimat ist. Das typische „geck-geck-geck“, das ab Mai mit beachtlicher Lautstärke durch die Nächte hallt, ist heutzutage nur noch in den Landschaften zu hören, die den „gehobenen Ansprüchen“ des kaum fünf Zentimeter großen Frosches genügen. Denn der Laubfrosch mag es warm und sonnig. Nur dort, wo Bäche und Flüsse noch über die Ufer treten und in den Senken der Feuchtwiesen bis in den Sommer hinein kleine Tümpel hinterlassen, finden die seltenen Amphibien geeignete Fortpflanzungsbedingungen.

 

Jahreszeitlich bedingt benötigt der gefährdete Laubfrosch unterschiedliche Lebensräume. Den Großteil seines Lebens verbringt er auf Bäumen und Sträuchern. Hier fängt er bei schönem Wetter geschickt Spinnen und fliegende Insekten. Mit Hilfe von Haftscheiben an Zehen und einer klebrigen Bauchseite kann er sogar senkrecht an Glasscheiben hochklettern. Eingegraben in der Erde, unter Laub oder zwischen Wurzeln übersteht der Laubfrosch die kalte Jahreszeit. Ab April sucht er sonnige Laichgewässer auf. In der Abend-dämmerung treiben die Männchen auf der Wasseroberfläche und stimmen mit einer großen Schallblase an der Unterseite der Kehle ihren lauten Chorgesang an, um Weibchen heranzulocken.

 

Das machen sich die Naturschützer der GNA zunutze, indem sie die Populationen im Grünland von Rodenbach, Langenselbold und Hasselroth jedes Jahr kartieren. Insgesamt betreut die GNA einen 250 Hektar großen Biotopverbund, der das Überleben der Laubfrösche an der unteren Kinzig garantieren soll.

 

„Das Verbreitungsgebiet des Laubfrosches gleicht einem Flickenteppich. Aufgrund unserer dauerhaften Bemühungen besteht im hessischen Kinzigtal aber die einmalige Chance, eine stabile Population aufzubauen, die auch Perioden großer Trockenheit, die in den letzten Frühjahren immer häufiger auftraten, überstehen kann.“, berichtet der erste Vorsitzende der GNA, Günter Könitzer.

 

Die Deutsche Umwelthilfe förderte 2014 das Artenschutzprojekt im Rahmen ihres Netzwerkes Lebendige Flüsse. „Innerhalb nur weniger Jahre ist es der GNA durch kontinuierliche Biotopverbesserungen gelungen, die Population nachweislich zu verdoppeln. Das Projekt zeigt eindrucksvoll auf, wie selbst in einem dicht besiedelten Ballungsraum über Biotopverbundmaßnahmen viel für die heimische Natur bewegt werden kann.“, erläutert Ulrich Stöcker, Leiter des Bereichs Naturschutz, das Engagement der DUH.