Brutwände für Eisvögel

Comeback der Eisvögel geplant

Artenschützer ziehen erste Bilanz

 

24.08.2017. Eisvögel sind das Symbol für naturnahe Gewässer, in deren steilen Ufer sie ihre Brutröhren graben. Ein langsam fließender Bach oder Fluss mit reichem Fischbestand und guten Sichtverhältnissen ist ihr bevorzugter Lebensraum. Natürlich müssen auch geeignete „Ansitzwarten“ in Form von überhängenden Ästen oder Baumstämmen vorhanden sein, denn als so genannte Stoßtaucher ernähren sie sich hauptsächlich von Fischen, aber auch von Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebsen und Kaulquappen.

 

Auch wenn ab und zu ein „fliegender Edelstein“, wie der Eisvogel wegen seines bunten Federkleids genannt wird, an der unteren Kinzig gesichtet wird: Die nun ausgewertete Kartierung der GNA zeigt, dass nur wenige Uferwände den hohen Ansprüchen der streng nach EU-Recht geschützten Vögel genügen. Denn als Erdhöhlenbrüter graben sie mit dem Schnabel eine fast ein Meter lange, leicht ansteigende Höhle in eine senkrechte Uferböschung, an deren Ende ein erweiterter Nestkessel liegt. Oft werden auch alte, noch intakte Bruthöhlen nach einer Säuberung wieder neu bezogen.

Artenschutz vom Wasser aus

 

Mit dem Kanu kartierte ein Team aus ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern an schon kalten Tagen im letzten Oktober die Ufer der Kinzig. Der Projektstart musste immer wieder verschoben werden, da die Kinzig oft Hochwasser führte, bei dem eine Kartierung vom Fluss aus zum einem nicht möglich und zum anderem zu gefährlich ist. Die etwa 22 km lange Flussstrecke zwischen der Einstiegsstelle am Flugplatz Gelnhausen und dem Rückinger Wehr in Erlensee wurde an insgesamt drei Tagen befahren. Das Team erfasste dabei alle Uferwände, die für eine Eisvogelbrut in Frage kommen könnten. Insgesamt kartierte die GNA 113 Steilwände. Anhand von 592 Fotos und der erhobenen GPS-Koordinaten konnten 35 Steilwände für Maßnahmen ausgewählt werden.

 

Kalte Winter werden zum Verhängnis

 

Der Eisvogel lebt ganzjährig in Deutschland und bleibt auch im Winter in der Nähe seines Brutgewässers. In Hessen ist der Eisvogel laut Roter Liste "gefährdet“. Der Gesamtbestand wird nach Expertenangaben auf 200 bis 600 Brutpaare geschätzt. Auch im Main-Kinzig-Kreis schwankt der Brutbestand stark. Während nach mehreren milden Wintern manchmal bis zu 20 Brutpaare im Kreisgebiet und im Stadtgebiet von Hanau überleben, zählten Ornithologen nach sehr harten Wintern regelmäßig weniger als fünf Brutpaare. An der Kinzig befinden sich Eisvogel-Brutplätze vor allem am Oberlauf bei Schlüchtern. Alarmierend: Im Unterlauf der Kinzig werden schon seit einigen Jahren nur noch ganz selten Brutpaare beobachtet.

 

Dies wurde nun leider durch die Kartierung bestätigt, wie Projektleiterin Susanne Hufmann von der GNA berichtete, denn: „Entlang der untersuchten Strecke konnten wir nur zwei aktive Brutplätze entdecken, einer davon im Wurzelteller eines Baumes. Allerdings gibt es auch einige Uferwände, die verwaiste Eisvogelbrutröhren aufweisen.“

 

Manche davon seien mit leichtem Arbeitsaufwand wieder herstellbar, wenn sie nur wenig mit Gestrüpp und Ästen bewachsen sind. Auch Uferwände, die durch Erosion Abbrüche und Vorsprünge aufweisen, die nach Beute suchenden Waschbären oder Mardern als Aufstiegshilfen dienen, können durch den Einsatz von Motorsense oder Kettensäge und in Ausnahmefällen mit dem Bagger für den Eisvogel wieder attraktiv gestaltet werden, stellt das nun vorliegende Maßnahmenkonzept fest. „Dringend sind jetzt kurzfristige Maßnahmen wie das Zurückschneiden der Vegetation oder das Abstechen und Begradigen mancher Steilwände, um schon im nächsten Frühjahr neue Brutplätze anbieten zu können.“, mahnt die GNA-Biologin abschließend.

(c) pixabay

Fraport AG ist Projektpartner

 

Um dem Eisvogel eine Zukunft an der unteren Kinzig zu ermöglichen, gewann die GNA bereits 2015 die Fraport AG als Partner. Susanne Hufmann übergab nun ein umfangreiches Konzept zur Verbesserung der Brutplatz-situation, das aus dem Umweltfonds der Fraport AG finanziert wurde.

 

Mit der Gründung des Umweltfonds hat die Betreibergesellschaft des Flughafens Frankfurt am Main bereits 1997 den Natur- und Umweltschutz außerhalb des Flughafen-Geländes in ihr Förderprogramm aufgenommen und seitdem mehr als 950 Projekte mit knapp 37 Millionen Euro gefördert. Neben Projekten zu Klimaschutz und Klimawandel werden insbesondere der Erhalt und die Weiterentwicklung der Biodiversität in der Rhein-Main-Region unterstützt.

 

„Wir freuen uns, die GNA e.V. bei dem regionalen Artenschutzprojekt finanziell unterstützen zu können. Die Maßnahmen zur Förderung und Erhalt der Eisvogelpopulation im Main-Kinzig-Kreis sind wichtige Projekte, die unserer regionalen Artenvielfalt zugutekommen.“, betont der Leiter des Umweltmanagements der Fraport AG, Dr. Wolfgang Scholze.

 

Spendenkonto

 

Zur Fortführung unseres Eisvogel-Projektes bitten wir um Ihre Unterstützung. Bitte spenden Sie an die Raiffeisenbank Rodenbach 

IBAN: DE75 5066 3699 0001 0708 00, BIC: GENODEF1RDB.

 

Spenden an die gemeinnützige GNA sind steuerlich abzugsfähig sind.
Zur Ausstellung einer Spendenquittung werden der Name und die Anschrift des Spenders benötigt. Spätestens Anfang des nächsten Jahres werden Spendenquittungen zur Vorlage beim Finanzamt versendet, auf Wunsch auch sofort.

(c) pixabay

 

Neues Artenschutzprojekt an der hessischen Kinzig

 

30.09.2015. Wenn der „fliegende Edelstein“, wie der Eisvogel wegen seines bunten Gefieders oft genannt wird, im schnellen Flug über die Wasseroberfläche saust, ist fast immer auch sein schriller Ruf zu hören. Eisvögel sind das Symbol für saubere und naturnahe Gewässer, in deren steilen Uferwände sie ihre Brutröhren graben. Ein langsam fließender Bach oder Fluss mit reichem Fischbestand und guten Sichtverhältnissen ist der bevorzugte Lebensraum.

 

Natürlich müssen auch geeignete „Ansitzwarten“ in Form von überhängenden Ästen oder Baum-stämmchen vorhanden sein, denn Eisvögel ernähren sich hauptsächlich von Fischen, aber auch von Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebsen und Kaulquappen. Ihre Jagdmethode ist das Stoßtauchen. Von einer passenden Sitzwarte über dem Wasser wird der Beutestoß angesetzt. 

Am Wasser zu Hause

 

Besonders interessant ist das Brutverhalten der kaum starengroßen Vögel, die nach EU-Recht streng geschützt sind. Als so genannte Erdhöhlenbrüter graben sie mit dem Schnabel eine fast 1 Meter lange, leicht ansteigende Höhle in eine senkrechte Uferböschung, an deren Ende ein erweiterter Nestkessel liegt. Das Erdmaterial wird mit den kleinen Füßen ausgescharrt und bei der Rückwärts-bewegung mit dem Schwanz hinausgeschoben. Die Eier liegen auf dem bloßen Untergrund.

 

Oft werden auch alte, noch intakte Bruthöhlen nach einer Säuberung wieder neu bezogen. Dabei ist es unwichtig, ob das Brutpaar oder ein anderes die Höhle angelegt hat. Für das Überleben der Art ist es nur wichtig, dass die Höhle hoch genug liegt und so vor dem nächsten Hochwasser geschützt ist. Zum Revier eines Eisvogels gehört eine etwa 1 bis 4 km lange Fließgewässerstrecke.

(c) Peashooter / pixelio.de

Bunt, bekannt und bedroht

 

Der Eisvogel lebt ganzjährig in Deutschland, bleibt auch im Winter in der Nähe seines Brutgewässers. In Hessen ist der Eisvogel laut Roter Liste "gefährdet“. Der Gesamtbestand wird nach Angaben von Experten auf 200 bis 600 Brutpaare geschätzt.

 

Auch im Main-Kinzig-Kreis schwankt der Brutbestand stark. Während nach mehreren milden Wintern manchmal bis zu 20 Brutpaare im Kreisgebiet und im Stadtgebiet von Hanau überleben, zählten Ornithologen nach sehr harten Wintern regelmäßig weniger als fünf Brutpaare. An der Kinzig befinden sich Eisvogel-Brutplätze am Oberlauf bei Schlüchtern bis zum Mittellauf bei Langenselbold. Alarmierend: Im Unterlauf der Kinzig werden schon seit einigen Jahren nur noch ganz selten Brutpaare beobachtet.

 

Artenschutz vom Wasser aus

 

Um die Population des Eisvogels an der unteren Kinzig von Erlensee bis Gelnhausen langfristig zu erhalten, beginnen wir noch in diesem Herbst mit unserem Artenschutzprogramm. Als erste, zielführende Maßnahme wollen wir ein Konzept zur Verbesserung der Brutplatzsituation erstellen.

 

Nach der Erfassung bereits vorhandener Brutröhren und der Kartierung bestehender Steilwände sollen geeignete Standorte für neue Steilwände entlang der Kinzig gesucht werden. Das alles geschieht vom Kanu aus.

 

Ein besonderer Glücksfall für die GNA: Erfahrene Kanuten unter den ehrenamtlich tätigen Mitgliedern arbeiten Hand in Hand mit den hauptamtlichen Gewässer-ökologen und unterstützen sie so bei ihrer schwierigen Tätigkeit. Nach den Kartierungen auf und entlang der Kinzig werden für jeden geeigneten Standort spezielle Maßnahmen erarbeitet, die zunächst in einem umsetzungsreifen Katalog münden.

 

Damit nicht genug: Vorhandene Uferabbrüche an der Kinzig sollen schon im nächsten Jahr „freigeschnitten“ werden, geeignete Steilwände sollen dort, wo es möglich ist, neu angelegt werden. Dazu ist es nötig, Machbarkeitsprüfungen durchzuführen, die Eigentümer der angrenzenden Flächen zu ermitteln und die Zufahrt für den Bagger zu klären. Die Optimierung oder Anlage einer Steilwand stellt jeweils ein eigenes Projekt dar, das zukünftig finanziert werden muss.

 

Um dem Eisvogel eine Chance zu geben, bitten wir um Ihre Hilfe!

Für unser wichtiges Artenschutzprojekt benötigen wir Ihre Spende!

 

VIELEN DANK!

 

Spendenkonto GNA e.V.

Stichwort: Eisvogel

Raiffeisenbank Rodenbach

IBAN:DE75 5066 3699 0001 0708 00

BIC: GENODEF1RDB

 

Presseecho

Vorsprung vom 7.10.2015:

Neues Artenschutzprojekt: Rettet den Eisvogel

 

Hanauer Anzeiger vom 5.10.2015: 

Projekt soll mehr Eisvögel an die Kinzig locken

 

Gelnhäuser Tageblatt vom 2.10.2015:
Kartierung vom Kanu aus

 

Fuldaer Zeitung vom 2.10.2015:

Hilfe für den Eisvogel: Verein will „fliegenden Edelstein“ an unterer Kinzig retten

 

Osthessen | News vom 30.09.2015:

Bunt, bekannt, bedroht: Rettet den Eisvogel

 

Wir danken für die freundliche Unterstützung: