1. Gewinnerprojekt "Lebendige Kinzigauen"

Neues Leben für den Kiebitz: GENAU zur rechten Zeit

 

Seine Lebensräume haben in den vergangenen Jahren drastisch abgenommen. Doch schon bald kann sich der stark bedrohte Kiebitz über ein neues Nahrungsgewässer im Main-Kinzig-Kreis freuen – und damit über neue Überlebenschancen bei uns in Hessen.

 

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Die Letzten ihrer Art: Kiebitze in der Kinzigaue (c) GNA 2016

Noch in den 1970er Jahren war der Vogel mit der auffälligen schwarzen Federtolle ein häufiger Gast auf den Feldern und Wiesen Hessens. Besonders die offenen Grünflächen im Main-Kinzig-Kreis waren bei Kiebitzen beliebt, denn hier fanden die scheuen Wiesenbrüter optimale Brutbedingungen vor. Bis zu vier Eier legen die Kiebitz-Weibchen in ein mit Gras ausgepolstertes Nest am Boden. Wichtig ist, dass sie dabei nicht gestört werden, sonst droht die Brut auszufallen. Heute sieht man Kiebitze in Hessen nur noch selten. Um etwa 75 Prozent sind ihre Bestände in den letzten 25 Jahren eingebrochen. Gerade die Auenlandschaften des Kinzigtals sind davon betroffen, die einst als eines der größten Brutgebiete der Vögel in ganz Hessen galten.

 

Die Gründe für das Verschwinden des Kiebitz‘ aus seinen angestammten Brutgebieten sind vielfältig. Vor allem die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft ist hier zu nennen. So werden Feuchtwiesen und Äcker, auf denen sich der Bodenbrüter heimisch fühlt, immer stärker entwässert und gedüngt. Damit schrumpfen die Lebensräume des scheuen Vogels. Doch auch andere Arten wie Bekassinen und Uferschnepfen haben darunter zu leiden. Wie der Kiebitz sind auch sie auf freie Sicht beim Brüten angewiesen. Doch genau das, was sich gegen Räuber und andere Gefahren bewährt hat, wird ihnen immer häufiger zum Verhängnis. Keimt erst einmal die Saat auf dem Acker, entpuppt sich diese als tückische Falle.

 

Umso wichtiger sind Schutzmaßnahmen für Bodenbrüter, die Kiebitz und Co. zu neuem Lebensraum jenseits der agrarwirtschaftlichen Nutzflächen verhelfen. Wie gerufen kommt da der Zusatzgewinn der Umweltlotterie GENAU, denn er sichert der heimischen Vogelwelt nun zusätzliche Überlebenschancen im Main-Kinzig-Kreis. „Von den 5.000 Euro können wir einen Nahrungstümpel mit flachen Ufern anlegen, in dem die Vögel Regenwürmer, Insektenlarven und andere wirbellose Bodentiere finden“, erzählt Susanne Hufmann von der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung e.V., die hinter dem geförderten Projekt im Main-Kinzig-Kreis steht. „Davon profitiert der Kiebitz, zugleich aber auch viele andere Tier- und Pflanzenarten, denen das neue Gewässer als Lebensraum und Laichgewässer dient.“

 

Schon lange warten die Vogelschützer auf neue Möglichkeiten, noch mehr für wiesenbrütende Vogelarten im unteren Kinzigtal zwischen Erlensee und Hasselroth tun zu können. Dank GENAU können sie nun endlich loslegen. „Wir freuen uns sehr über den Zusatzgewinn der Umweltlotterie und möchten uns herzlich bei den Gewinnern bedanken, die für unser Projekt gestimmt haben. Wir sehen das auch als Anerkennung unseres langjährigen Engagements für die tierischen und pflanzlichen Bewohner im Main-Kinzig-Kreis“, so Hufmann.

 

Ausgewählt wurde das nun geförderte Projekt „Lebendige Kinzigauen“ von den Wochengewinnern der 21. GENAU-Ziehung. 

 

Quelle: NEWS der Umweltlotterie GENAU vom 30.09.2016