2. Gewinnerprojekt "Vorfahrt für den Fischotter"

Fischotterschutz im Main-Kinzig-Kreis

 

Der Fischotter ist eine der am stärksten bedrohten Säugetierarten Europas. Er ist bundesweit als "vom Aussterben bedroht" eingestuft und soll daher wieder angesiedelt werden.

(c) Lotto GENAU

Der Main-Kinzig-Kreis stellt einen Knotenpunkt der vom "Otter Habitat Netzwerk Europa" (OHNE-Projekt) ermittelten Verbindungskorridore isolierter Populationen des Fischotters dar. Die Gefahrstellen an der Kinzig sollen deshalb verringert werden.

 

Dazu sollen zwischen Hanau und Wächtersbach alle Querbauwerke erfasst und hinsichtlich ihrer Passierbarkeit beurteilt werden. Alle Brücken werden per Foto und GPS dokumentiert. Begleitend werden relevante Lebensraumstrukturen, wie Kiesbänke, Schilfsäume sowie Fischotterspuren erfasst. Es werden Maßnahmenvorschläge zur Umgestaltung der Brückenbauwerke erarbeitet. Einfache Maßnahmen, wie das Anbringen von Laufbrettern, können nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden relativ schnell umgesetzt werden.

 

Die Umgestaltung der Brückenbauwerke wird im Rahmen von Sanierungsarbeiten stattfinden, die zeitlich noch nicht terminiert sind. Hessen Mobil hat als zuständige Behörde seine Zustimmung signalisiert.

 

Ausgewählt wurde das nun geförderte Projekt „Vorfahrt für den Fischotter“ von den Wochengewinnern der 27. GENAU-Ziehung. 

Herzlichen Dank!

14.11.2016

 

GENAU macht Main-Kinzig-Kreis zur Tierschutz-Hochburg

 

Bereits zum fünften Mal seit Start der Umweltlotterie GENAU im April geht der wöchentlich ausgespielte Zusatzgewinn von 5.000 Euro in den Main-Kinzig-Kreis – so oft wie in keine andere hessische Region. Das bedeutet: 25.000 Euro für Schutz und Erhaltung von Natur und Umwelt im Main-Kinzig-Kreis. 

 

Die Wochengewinner im Main-Kinzig-Kreis machten beim jüngsten Gewinner-Projekt der Umweltlotterie GENAU erneut deutlich, wie sehr ihnen der Erhalt der heimischen Tierwelt am Herzen liegt: Der wöchentlich ausgespielte Zusatzgewinn in Höhe von 5.000 Euro belebt dank ihres Votums den Fischotter-Schutz in der Region. Für das Projekt der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung  kommt die finanzielle Unterstützung genau zur rechten Zeit: „Schon lange möchten wir dem Fischotter die Wiederbesiedlung in unserer Heimat erleichtern, mit den 5.000 Euro aus der Umweltlotterie ist das nun möglich. Wir bedanken uns bei den Gewinnern, die für unser Projekt gestimmt haben. Toll, dass wir so viel Anerkennung erfahren“, freut sich die Projektverantwortliche Susanne Hufmann.

 

Und die Maßnahmen zur Lebensraumentwicklung des Fischotters sind dringend notwendig, denn der Fischotter  ist eine der am stärksten bedrohten Säugetierarten Europas. In Hessen gilt er gar schon lange als so gut wie ausgestorben. Doch die Naturschützer der GNA haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der Säuger auch in Hessens Flüssen und Seen wieder vermehrt heimisch werden kann. Aus diesem Grund haben sie das Artenschutzprojekt „Vorfahrt für den Fischotter – Fischotterschutz im Main-Kinzig-Kreis“  ins Leben gerufen.

 

„Wichtig ist, dass es bei diesem Projekt nicht um eine Ansiedlung durch Auswildern geht“, betont Hufmann. Vielmehr gehe es darum, die größten Gefahren, die einer dauerhaften Rückkehr des Fischotters nach Hessen entgegenstehen, langfristig zu dezimieren.

 

Die mit Abstand größte Bedrohung für die seltene Tierart lauert auf Hessens Straßen, denn die Fischotter-Rüden müssen bei ihren Wanderungen oft große Strecke zurücklegen. Dabei vermeiden es die scheuen Tiere, unter Brücken und Querbauwerken hindurch zu schwimmen. Die Folge: Sie verlassen das sichere Gewässer und suchen sich einen Weg außerhalb, wo sie häufig von Fahrzeugen erfasst werden. Um die Gefahrenstellen entlang der Kinzig zu verringern, möchten die GNA-Naturschützer zunächst alle Querbauwerke zwischen Hanau und Wächtersbach erfassen und hinsichtlich ihrer Passierbarkeit beurteilen. Begleitend werden auch für den Fischotter relevante Lebensräume wie Kiesbänke und Schilfsäume per GPS dokumentiert. Ist diese Kartierung erfolgt, kann mit der fischottergerechten Durchlass- und Biotopgestaltung begonnen werden. Mit dem Zusatzgewinn bei der Umweltlotterie GENAU können all diese Maßnahmen jetzt angegangen werden – damit der Fischotter auch im Main-Kinzig-Kreis wieder langfristig eigene Populationen aufbauen kann.

 

Das Vereinsprojekt der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung ist das 27. Gewinner-Projekt der Umweltlotterie GENAU. Bereits zum fünften Mal fließt der wöchentlich ausgespielte Zusatzgewinn der Umweltlotterie damit in den Main-Kinzig-Kreis. Kein anderer Landkreis in Hessen konnte bislang häufiger von dem Projekt-Gewinn profitieren. Erst vor zwei Wochen sicherten die 5.000 Euro den Erhalt einer artenreichen Wiesenlandschaft in der Region. Zuvor konnten dank GENAU darüber hinaus neue Biotope für Eisvogel und Kiebitz erschlossen sowie der Traum der  Grundschüler der Geschwister-Scholl-Schule in Großkrotzenburg vom grünen Klassenzimmer verwirklicht werden. 

 

Quelle: NEWS der Umweltlotterie GENAU vom 14.11.2016