Rettet den Eisvogel

(c) Peashooter / pixelio.de

 

Neues Artenschutzprojekt an der hessischen Kinzig

 

Wenn der „fliegende Edelstein“, wie der Eisvogel wegen seines bunten Gefieders oft genannt wird, im schnellen Flug über die Wasseroberfläche saust, ist fast immer auch sein schriller Ruf zu hören. Eisvögel sind das Symbol für saubere und naturnahe Gewässer, in deren steilen Uferwände sie ihre Brutröhren graben. Ein langsam fließender Bach oder Fluss mit reichem Fischbestand und guten Sichtverhältnissen ist der bevorzugte Lebensraum.

 

Natürlich müssen auch geeignete „Ansitzwarten“ in Form von überhängenden Ästen oder Baum-stämmchen vorhanden sein, denn Eisvögel ernähren sich hauptsächlich von Fischen, aber auch von Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebsen und Kaulquappen. Ihre Jagdmethode ist das Stoßtauchen. Von einer passenden Sitzwarte über dem Wasser wird der Beutestoß angesetzt. 

Am Wasser zu Hause

 

Besonders interessant ist das Brutverhalten der kaum starengroßen Vögel, die nach EU-Recht streng geschützt sind. Als so genannte Erdhöhlenbrüter graben sie mit dem Schnabel eine fast 1 Meter lange, leicht ansteigende Höhle in eine senkrechte Uferböschung, an deren Ende ein erweiterter Nestkessel liegt. Das Erdmaterial wird mit den kleinen Füßen ausgescharrt und bei der Rückwärts-bewegung mit dem Schwanz hinausgeschoben. Die Eier liegen auf dem bloßen Untergrund.

 

Oft werden auch alte, noch intakte Bruthöhlen nach einer Säuberung wieder neu bezogen. Dabei ist es unwichtig, ob das Brutpaar oder ein anderes die Höhle angelegt hat. Für das Überleben der Art ist es nur wichtig, dass die Höhle hoch genug liegt und so vor dem nächsten Hochwasser geschützt ist. Zum Revier eines Eisvogels gehört eine etwa 1 bis 4 km lange Fließgewässerstrecke.

 

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Bunt, bekannt und bedroht

 

Der Eisvogel lebt ganzjährig in Deutschland, bleibt auch im Winter in der Nähe seines Brutgewässers. In Hessen ist der Eisvogel laut Roter Liste "gefährdet“. Der Gesamtbestand wird nach Angaben von Experten auf 200 bis 600 Brutpaare geschätzt.

 

Auch im Main-Kinzig-Kreis schwankt der Brutbestand stark. Während nach mehreren milden Wintern manchmal bis zu 20 Brutpaare im Kreisgebiet und im Stadtgebiet von Hanau überleben, zählten Ornithologen nach sehr harten Wintern regelmäßig weniger als fünf Brutpaare. An der Kinzig befinden sich Eisvogel-Brutplätze am Oberlauf bei Schlüchtern bis zum Mittellauf bei Langenselbold. Alarmierend: Im Unterlauf der Kinzig werden schon seit einigen Jahren nur noch ganz selten Brutpaare beobachtet.

 

Artenschutz vom Wasser aus

 

Um die Population des Eisvogels an der unteren Kinzig von Erlensee bis Gelnhausen langfristig zu erhalten, beginnen wir noch in diesem Herbst mit unserem Artenschutzprogramm. Als erste, zielführende Maßnahme wollen wir ein Konzept zur Verbesserung der Brutplatzsituation erstellen.

 

Nach der Erfassung bereits vorhandener Brutröhren und der Kartierung bestehender Steilwände sollen geeignete Standorte für neue Steilwände entlang der Kinzig gesucht werden. Das alles geschieht vom Kanu aus.

 

Ein besonderer Glücksfall für die GNA: Erfahrene Kanuten unter den ehrenamtlich tätigen Mitgliedern arbeiten Hand in Hand mit den hauptamtlichen Gewässer-ökologen und unterstützen sie so bei ihrer schwierigen Tätigkeit. Nach den Kartierungen auf und entlang der Kinzig werden für jeden geeigneten Standort spezielle Maßnahmen erarbeitet, die zunächst in einem umsetzungsreifen Katalog münden.

 

Damit nicht genug: Vorhandene Uferabbrüche an der Kinzig sollen schon im nächsten Jahr „freigeschnitten“ werden, geeignete Steilwände sollen dort, wo es möglich ist, neu angelegt werden. Dazu ist es nötig, Machbarkeitsprüfungen durchzuführen, die Eigentümer der angrenzenden Flächen zu ermitteln und die Zufahrt für den Bagger zu klären. Die Optimierung oder Anlage einer Steilwand stellt jeweils ein eigenes Projekt dar, das zukünftig finanziert werden muss.

 

Um dem Eisvogel eine Chance zu geben, bitten wir um Ihre Hilfe!

Für unser wichtiges Artenschutzprojekt benötigen wir Ihre Spende!

 

VIELEN DANK!

 

Spendenkonto GNA e.V.

Stichwort: Eisvogel

Raiffeisenbank Rodenbach

IBAN:DE75 5066 3699 0001 0708 00

BIC: GENODEF1RDB

 

Presseecho

Vorsprung vom 7.10.2015:

Neues Artenschutzprojekt: Rettet den Eisvogel

 

Hanauer Anzeiger vom 5.10.2015: 

Projekt soll mehr Eisvögel an die Kinzig locken

 

Gelnhäuser Tageblatt vom 2.10.2015:
Kartierung vom Kanu aus

 

Fuldaer Zeitung vom 2.10.2015:

Hilfe für den Eisvogel: Verein will „fliegenden Edelstein“ an unterer Kinzig retten

 

Osthessen | News vom 30.09.2015:

Bunt, bekannt, bedroht: Rettet den Eisvogel

 

Wir danken für die freundliche Unterstützung: